Hooksiel - Die Ausstellungsarbeit des Künstlerhauses Hooksiel war im vergangenen Jahr durch die Pandemie erheblich beeinträchtigt. Um so größer war jetzt bei einem Jahresrückblick die Freude, dass trotz vieler Einschränkungen doch viel Kunst gezeigt worden ist und rund 5000 Besucher begrüßt werden konnten.
Ein paar Farbtupfer
Schon im Februar musste auf die Winterausstellung mit einheimischen Künstlern verzichtet werden. Da half Ida Oelke aus, indem sie ihre Ausstellungswerke einfach länger hängen ließ, um im Künstlerhaus ein paar Farbtupfer in der tristen Zeit zu zeigen.
Ähnlich hält es in diesem Januar auch Marianne Janssen aus Wilhelmshaven mit ihrer im Oktober eröffneten Werkschau „Lichtwechsel – Sichtwechsel“. Da sie bereits etliche Gemälde verkaufen konnte, hat sie nun fünf Ersatzbilder gehängt. Allerdings soll im Februar wieder eine Winterausstellung eröffnet werden, wie Galerie-Leiterin Renate Janßen-Niemann berichtete.
Im März vergangenen Jahres begann die Reihe mit Künstler Peter Eilerts aus Wilhelmshaven, Corona-bedingt musste sie aber ohne Vernissage starten. Das galt auch für Bärbel Bohländers Ausstellung im Mai. Und dann wurde mit Zittern auf die Stipendiatin Ruby Silvious gewartet, denn die sollte aus dem US-Staat New York anreisen – doch noch galten scharfe Reisebeschränkungen. Ihre bereits international gerühmten Gemälde auf gebrauchten Teebeuteln hatte sie bereits in Paketen ins Wangerland geschickt. Zudem hatte die Gemeinde ein Einladungsschreiben mit großem Amtssiegel in die USA geschickt, das dann tatsächlich als zusätzlicher Türöffner wirkte. So konnte die Künstlerin am 9. Juni für neun ebenso intensive wie interessante Wochen in Hooksiel begrüßt werden.
2000 Besucher
2000 Besucher ihrer Ausstellung, vier ausgebuchte Workshops für Erwachsene und vier Vormittag im Kunstkarussell für Kinder waren Zahlen, die für die sehr fleißige Ruby Silvious zu Buche schlugen. Hinzu kam eine außerordentliche Medienwirkung mit Zeitungsartikeln von Taiwan bis Griechenland, von der Schweiz bis in die Türkei sowie etlichen Sendungen über sie im Radio. Als krönende Begegnung gab es zudem eine private Teezeremonie mit Franz Thiele von der Traditionsfirma Thiele-Tee in Emden, der eine weitere Ausstellung im Teemuseum in Norden im kommenden Jahr ankündigte.
Publikumsmagnet
Eine eigene Fan-Gemeinde hatte der nächste Aussteller, der Fotograf Klaus Schreiber aus Wilhelmshaven. Er erwies sich ebenso als Publikumsmagnet wie der international bekannte Grafiker Harro Maass. Die Ausstellung des für seinen Einsatz für die Natur berühmten gebürtigen Wangeroogers stand in Verbindung zu den Zugvogeltagen, die die Niedersächsische Nationalparkverwaltung im Oktober veranstalteten.
Marianne Janssens Ausstellung konnte dann endlich wieder mit einer klassischen Vernissage eröffnet werden, bevor dann die schärferen Corona-Regeln nur noch eine sehr „schlanke“ Besucherregelung zuließen.
Doch die Künstlerin ist ja froh, dass überhaupt noch etwas geht: „Jegliches Kunstschaffen braucht Resonanz“, meint sie – und sei es nur als Lichtblick durch die erleuchteten Fenster, wie Renate Janßen-Niemann ergänzt, die trotz allem stolz auf das schwierige Ausstellungsjahr 2021 ist.
