Hooksiel - Eine Woche vor dem Ende ihrer Ausstellung „The Art of Teabags & Sonstiges“ gab es am Sonntag eine Finissage mit der New Yorker Künstlerin Ruby Silvious im Künstlerhaus Hooksiel. „Das ist die letzte Chance, Kunstwerke der besonderen Art zu besichtigen und zu kaufen“, sagt Galerie-Leiterin Renate Janßen-Niemann. Wer noch eines der ganz besonderen kleinen Werke erstehen möchte, muss sich beeilen, denn die vielen roten Punkte an den Arbeiten zeigen, wie beliebt die Recyclingkunst von Ruby Silvious ist.
Sie gebe den Teebeuteln gewissermaßen ein zweites Leben – so, wie sie sich ohnehin darauf spezialisiert habe, ihre Malerei als eine Art Recyclingkunst auszuüben, sagt Renate Janßen Niemann, Leiterin des Künstlerhauses Hooksiel.
Die Stipendiatin aus New York, die noch bis kommenden Sonntag, 15. August, im Künstlerhaus ausstellt, benutze aber auch andere Alltagsdinge für ihre Kunst. Eigentlich sei nichts sicher vor ihrem Einfallsreichtum und dem großartigen handwerklichen Können, ergänzte Janßen-Niemann.
„Ich habe von Beginn an nicht auf die traditionelle Art arbeiten wollen, die man nur in Museen wiederfindet“, betonte die US-Künstlerin, die schon etliche internationale Stipendien bis hin nach Japan absolvierte. Das Stipendium in Hooksiel mit neun Wochen war das bisher längste. Und offenbar auch das schönste, denn die Malerin genoss nicht nur „wonderful Experiences“, sondern auch die überwältigende Herzlichkeit, mit der man ihr hier begegnete. Die wiederum beflügelte sie zu teils spektakulären Kunstwerken wie dem Kleid aus 62 Brötchentüten, allesamt von ihrem Lieblingsbäcker um die Ecke. Oder sie fertigte einen Biergartenschuh aus der Verpackung eines Bier-Sixpacks.
Andere hiesige Motive, die auf ihrer Spezialleinwand, den Teebeuteln, entstanden, waren unter anderem der Hooksieler Hafen und das Schloss zu Jever. Und als sie die typischen schwarzbunten Milchkühe unserer Region auf dem kleinen Malgrund verewigte und auf Facebook postete, kam schon nach Minuten ein erstes Kaufangebot – aus dem US-Staat Indiana.
Aber auch ihre Workshops waren beliebt und wurden gut angenommen. Die Galerie-Leiterin hob hervor, dass Ruby Silvious außerdem als einzigartiger Werbeträger für die Gemeinde Wangerland gewirkt habe. So erhielt sie eine persönliche Einladung von Franz Thiele, dem Chef von Thiele-Tee in Emden. Der führte ihr nicht nur eine ostfriesische Teezeremonie vor, er demonstrierte ihr auch in seinem Kontor das Mischen der ganz besonderen Teemischung dafür.
Renate Janßen-Niemann zeigte sich ebenso begeistert wie die mehr als 1000 Besucher, die ihre Faszination über die Ausstellung im Gästebuch niedergeschrieben haben. So lautet das Fazit denn: „Ruby war ein Geschenk für uns.“ Die Ausstellung ist noch bis einschließlich Sonntag, 15. August, täglich von 14 bis 18 Uhr geöffnet.
