HOOKSIEL - Auf einer Weihnachtsfeier im Gasthof 'Zum Schwarzen Bären', am 5. Dezember 1952, gründeten Antchen Müller und Irma Cornelßen den Landfrauenverein Hooksiel, 40 Frauen trugen sich in die Mitgliederliste ein. Heute, 60 Jahre später, führt Anita Eden, eine Nichte der Irma Cornelßen, den Verein. 'Die Gründerinnen haben den Landfrauenverein mit Begeisterung geführt', stellte die 1. Vorsitzende am Dienstagabend im 'Schwarzen Bären' fest. Die Begeisterungsfähigkeit liegt offensichtlich in der Familie, denn seit fast 20 Jahren leitet Anita Eden mit viel Freude und Erfolg die Geschicke des Landfrauenvereins. Am Dienstagabend nahm sie gemeinsam mit ihren Vorstandskolleginnen Margot Brören, seit 39 Jahren Schriftführerin, und Kassenwartin Anne Frerichs zahlreiche Glückwünsche zum 60-jährigen Bestehen des Vereins entgegen.
Im 'Schwarzen Bären' war die Teetafel gedeckt. Und bevor der Reigen der Grußworte eröffnet wurde, ließen sich die Landfrauen Tee und Torte schmecken – genauso wie vor 60 Jahren. Daran erinnerte Anita Eden, als sie Mitglieder und Gäste begrüßte. Tee und Torte habe es gegeben, als kurz nach der Gründung einmal der jeversche Ehrenbürger und Schriftsteller Hein Bredendiek vor den Hooksieler Landfrauen las. Mit Tee und Torte beginnen auch heute noch die Veranstaltungen der Landfrauen, deren Inhalte sich im Laufe der Jahre allerdings etwas gewandelt haben. 'Aber wie damals machen wir uns auch heute noch schick für die Veranstaltung des Landfrauenvereins', sagte die 1. Vorsitzende. In launigen Worten schilderte sie, wie die Frauen in den Anfängen zum Verein kamen: 'Nach der Heirat mit einem Bauer kaufte die Ehefrau sich schicke Kleider und Hüte und ging in den Landfrauenverein. Dort gründete sie zusammen mit anderen Frauen noch ein Kränzchen, das sich regelmäßig bei Tee und Torte traf.' Bei den Zusammenkünften in früherer Zeit häkelten, strickten oder stickten die Frauen, redeten und hatten dabei das Gefühl, etwas getan zu haben. 'Heute haben wir eine andere Zeit, wir reden zwar, aber legen dabei die Hände in den Schoß', stellte Anita Eden fest.
Was sich in den vergangenen 60 Jahren noch am Bild und am Leben der Frauen – nicht nur auf dem Land – geändert hat, erfuhren die Jubiläumsgäste von Wiebke Eden – Tochter von Anita Eden. Die Journalistin und Autorin war extra aus Berlin angereist, um den Festvortrag 'Frauen – Generationen – Vielfalt' zu halten. Darin setzte sie auf höchst unterhaltsame Weise die Stellung der Frauen in den geschichtlichen Zusammenhang, bezogen auf die vergangenen 60 Jahre, und zeichnete ihren Weg zur modernen, berufstätigen Landfrau von heute nach. 'Die vergangenen 60 Jahre, das ist eine Zeit praller Frauengeschichte', schloss Wiebke Eden ihren Vortrag.
Die Landfrauenvereine im Weser-Ems-Gebiet vertreten heute rund 30 000 Frauen, die schon lange nicht mehr nur Bäuerinnen sind. Wie vor 60 Jahren wird in den Informationsveranstaltungen geredet, werden Erfahrungen und Meinungen ausgetauscht. Geändert haben sich allerdings die Themen, die sich den Bedürfnissen und Interessen der Frau von heute angepasst haben. So steht im Programm der Hooksieler Landfrauen als nächstes das Thema 'Gesunde Ernährung'. Die Veranstaltung ist am Donnerstag, 10. Januar, 14.30 Uhr, im Restaurant 'Alanya' – und sicherlich gibt es auch zu diesem Vortrag Tee und Torte.
