Hooksiel/Wilhelmshaven - Die Butterfahrten Ende der 1970er/Anfang der 1980er Jahre auf der „Karin“ haben Herbert Enken beeindruckt – er hat sein Herz an das Schiff verloren. „Als das Schiff Mitte der 80er Jahre verkauft werden sollte, wünschte ich mir, es kaufen zu können“, erinnert sich Enkler. Doch die Mittel für solch ein großes Schiff lagen leider nicht in der Schreibtischschublade des Hauptschullehrers in Wilhelmshaven.

Und so dauerte es noch bis 1987, dass Herbert Enkler endlich die Schiffspapiere in der Hand hat. „Meine ersten Fahrten mit der ,Karin‘ habe ich oft zu den Inseln unternommen“, erzählt Enkler. Und immer wieder hörte er von den Menschen am Kai die Frage. „Is dat nich de oll Gesine?“

Da gab es für Herbert Enkler nur eine Lösung – der alte Name musste zurück. „Ab Mai 1987 fuhr das Schiff wieder unter dem Namen Gesine“, erzählt er.

Neben den Inseln hat Herbert Enkler schon viele Ausflüge entlang der Nordseeküste gemacht – von Kopenhagen bis Amsterdam. Unter Deck befindet sich für die Fahrten eine gemütliche Wohneinheit für Herbert Enkler plus vier weitere Kojen.

„Jedes Jahr nehmen wir auch an der Horum-Regatta und am Wilhelmshaven Sailing Cup als Start und Zielschiff teil“, erzählt der 75-jährige. Am Wochenende an der Jade können Besucher zudem beim „Open Ship“ auch mal ein Bier oder einen Tee an Bord des Traditionsschiffs trinken.

Herbert Enkler hat mit der Gesine neben den schönen Fahrten auch eine Menge Arbeit. „Es steckt viel Herzblut, Enthusiasmus und Arbeit in dem Schiff – vor allem Arbeit“, sagt er. Unterstützt wird er von seiner Lebensgefährtin, seinen Neffen und vielen Freunden. „Ohne sie würde das gar nicht gehen“, sagt der Skipper. Und so ist Herbert Enkler auch im Winter fast täglich am Werkeln auf seinem Schiff und freut sich schon sehr, wenn die Gesine im Mai wieder aus ihrem Winterschlaf erwacht und auslaufen kann.