Horumersiel - Für das geplante Thalasso-Zentrum in Horumersiel, das im ehemaligen Kurmittelhaus entstehen soll, wurde inzwischen der Bauantrag eingereicht. Architekt Wilfried Henke von Deeken-Henke Architekten in Esens präsentierte am Montagabend im Tourismusausschuss sein Konzept, das neben dem medizinischen Anwendungsbereich auch Thalasso für alle vorsieht.
„Das Gebäude soll nachhaltig, einfach und natürlich gestaltet werden“, erklärte Henke. Ganz nach dem Motto „Der Weg zur Natur“. Um den Erlebnistourismus von den ruhesuchenden Thalasso-Besuchern zu trennen, soll es zum einen zwei separate Eingänge und zum anderen eine klare räumliche Trennung im Gebäude geben. Der Eingang zur „Moin-Insel“ – ein zentraler Anlaufpunkt für alle mit Shop, Beratung und Thalasso-Show – soll großzügig gestaltet werden und sofort erkennbar sein. Der Eingang zum eigentlichen Thalasso-Zentrum mit den verschiedenen Behandlungsräumen hingegen soll eher zurückhaltend und nicht für jeden ersichtlich sein. Hier stehen Ruhe und Erholung im Vordergrund.
Gebäude soll um Glasfassade erweitert werden
Im hinteren Bereich soll das ehemalige Kurmittelhaus um eine Glasfassade erweitert werden. Auf dem Gebäude soll eine Gründach entstehen, das einem Deich nachempfunden wird, um einen direkten Blick aufs Meer zu haben – geplant sind zudem ein Wandelweg, eine Aussichtsplattform und eine Liegewiese. Um das Gebäude auch von außen optisch aufzuwerten, soll eine Wasserwand, an der Meerwasser herunterläuft, gestaltet werden.
Die Kosten werden auf 8,7 Millionen Euro geschätzt. „Wir gehen damit ein unternehmerisches Risiko ein“, sagte WTG-Chef Armin Kanning und fügte hinzu: „Wir werden alles daran setzen, dass das Thalasso-Zentrum zum Erfolg geführt wird.“ Er sieht in dem Zentrum ein Projekt von dem die ganze Region profitiert.
Starten die Arbeiten zeitnah, rechnet Architekt Wilfried Henke Ende 2021/Anfang 2022 mit dem Abschluss des Projektes. Nach einer ausgiebigen Testphase soll das Thalasso-Zentrum dann laut Kanning zum 1. Juli 2022 öffnen. Heiko Manott vom Seebadeverein Horumersiel sprach im Namen der Horumersieler „vollste Unterstützung“ für das Projekt aus. Ein Thalasso-Zentrum biete die Möglichkeit „mehr am einzelnen Gast zu verdienen“.
Deutschlandweit tragen viele Wellness- und Therapiezentren „Thalasso“ in ihrem Namen, denn der Begriff ist nicht geschützt. Dabei bedeutet Thalasso eigentlich, die Heilkraft des Meeres zu nutzen. Es nutzt für den Menschen wichtige Spurenelemente, Vitamine, Mineralstoffe und Proteine, die im Meerwasser, im Meersalz, in Algen sowie im Schlick enthalten sind. Es kann vorbeugend oder bei verschiedensten Krankheitsbildern eingesetzt werden. Voraussetzungen für Thalasso sind eine Entfernung zum Meerwasser von maximal 300 Metern, frischgepumptes Meerwasser für die Behandlungen, eine medizinische Leitung und verschiedene Behandlungsprogramme.
