Horumersiel - „Mit diesem Stein sind sie deutschlandweit das erste Projekt“, sagte Architekt Wilfried Henke am Dienstag nicht ohne Stolz während einer Baustellenbegehung im neuen Thalasso-Zentrum in Horumersiel. Eingeladen hatte Wangerlands neuer Bürgermeister Mario Szlezak (SPD), um sich gemeinsam mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Siemtje Möller und der stellvertretenden Landrätin Marianne Kaiser-Fuchs einen Überblick über den Fortschritt der Bauarbeiten zu verschaffen.
Das Besondere an den circa 55 Zentimeter langen, sehr flachen und hellen Steinen, die aus Dänemark kommen, ist nicht nur die Form. Sie wurde extra flach gewählt um einen Bezug zum Wattenmeer herzustellen. „Der Stein ist auch ein grüner Stein. Er wird komplett klimaneutral gebrannt und passt somit sehr gut in unser Konzept der Nachhaltigkeit“, so Henke.
Nicht nur der Klinker sorgt für Nachhaltigkeit. Der Isolierungsaufbau ist über einen halben Meter dick. Damit erreicht das Bauvorhaben, indem ein Neubau in einen Altbau (das ehemalige Kurmittelhaus) integriert wird, den Status eines Effizienzhauses (KfW 100). „Wir denken somit nicht nur an die Baukosten, sondern jetzt schon an die späteren laufenden Kosten“, erklärte Henke.
Apropos Kosten – die werden für den Bau vermutlich steigen. „Dass Material teurer geworden ist, ist kein Geheimnis. Der Architekt hat uns allerdings rechtzeitig auf diesen Umstand hingewiesen“, sagte der Geschäftsführer der Wangerland Touristik GmbH (WTG), Armin Kanning. Im schlechtesten Fall sei mit einer Preissteigerung von 30 bis 34 Prozent zu rechnen. „Da wir uns allerdings noch in der Ausschreibungsphase befinden, könne wir das noch nicht abschließend sagen.“
Schon während des Baus werde daher versucht, Gegenmaßnahmen zu ergreifen, ergänzte Architekt Henke. „Wir werden dabei aber nicht an der Qualität sparen. Das möchte schließlich niemand.“ Wohl aber könne man bestimmte Vorhaben überdenken, um Ausagben zu reduzieren. Zum Beispiel die Anzahl von Waschbecken oder eine geplante Trennwand für den Yogaraum.
Neben Yoga wird es noch weitere medizinische Anwendungen. Dann da liegt Fokus des neuen Gesundheitszentrums. „Das Thalasso-Zentrum hat nichts mit Spa oder Wellness zu tun. Es geht hier um rein medizinische und heilende Anwendungen“, so Henke.
Neben individuellen Umkleidekabinen und Ruheräumen soll es auch einen Bereich für die Öffentlichkeit geben. „Hier soll der Besucher Thalasso ausprobieren dürfen und kleine Behandlungen wahrnehmen können.
Dass man mit dem neuen Angebot auf das richtige Pferd setze, hob WTG-Chef Armin Kanning hervor. „Die Bundesregierung hat in diesem Jahr erst Kuren wieder zu einer Pflichtleistung der Krankenkassen gemacht. Wir liegen also voll im Trend.“
Auch Wangerlands Bürgermeister Mario Szlezak und die SPD-Bundestagsabgeordnete Siemtje Möller betonten: „Das Wangerland boomt. Auch durch Corona hat der inländische Gesundheitstourismus an Fahrt aufgenommen.“
Geplant ist die Eröffnung des neuen Thalasso-Zentrums Anfang Oktober oder November 2022.
