HORUMERSIEL - HORUMERSIEL - Frauen sind in der Regel anders krank als Männer. „Durch den Spagat zwischen Haushalt, Familie und Beruf sind sie mehr belastet als Männer“, stellte Wangerlands Frauenbeauftragte Claudia Rabenstein dem Info-Tag „Frau und Gesundheit“ am Sonnabend im Haus des Gastes in Horumersiel voran.
Rund 70 Teilnehmerinnen informierten sich bei dem ganzheitlichen Gesundheitstag aus Anlass des Internationalen Frauentags über die Krankheiten Lupus Erythematodes, auch „Schmetterlingsflechte“ genannt und Fibromyalgie. Beides sind Krankheiten, die überwiegend Frauen betreffen, erläuterte Rabenstein: „Das Verhältnis ist hier 9 zu 1.“
Wie die Schirmherrin des Frauengesundheitstages, die Bundestagsabgeodnete Karin Evers-Meyer (SPD), berichtete, entstehen durch Behandlung, Arbeitsunfähigkeit sowie vorzeitige Verrentung allein bei der Arthritis rund 3,5 bis 5 Milliarden Euro geschätzte Kosten pro Jahr.
Auch wenn Erkrankte das häufig zu hören bekämen: „Beides sind keine eingebildeten Krankheiten“, betonte Prof. Dr. Werner Mayet, Leitender Arzt am Zentrum für innere Medizin des Nordwest-Krankenhauses Sanderbusch. Zwar kämpfe insbesondere das Fibromyalgie-Syndrom noch um den Status einer Krankheit und es bestehe großer Aufholbedarf bei Erkennen und Behandlung der Beschwerden, „doch das Wissen der Ärzte nimmt zu“, sagte Mayet.
Besonders wichtig sei deshalb die Zusammenarbeit von Medizin, Betroffenen und Selbsthilfegruppen. „Die Veranstaltung heute ist ein Paradebeispiel dafür, wie mit solchen Krankheiten umgegangen werden muss“, lobte er die Lupus- und Fibromyalgie-Selbsthilfegruppen, die sich in Vorträgen und an Infoständen präsentierten.
Dass Mediziner und Selbsthilfegruppen auch bei an Arthrosen Erkrankten gemeinsam helfen könnten, betonte Dr. Bernd Sauer, Facharzt für Chirurgie in Wittmund. Gemeinsam mit dem Sportmediziner Dr. Bodo Gebauer informierte er über Entstehung von Arthrose und die Möglichkeit, mit Sport vorzubeugen.
„Der Kontakt zu anderen Betroffenen in Selbsthilfegruppen hilft, das Problem erträglich zu machen und lenkt vom Schmerz ab“, sagte Gebauer. Ziel müsse sein, die Lebensqualität der Erkrankten zu erhöhen.
