HORUMERSIEL/HELGOLAND - Des einen Freud, des anderen Leid: Für die Hochseesegler auf Helgoland war das Wetter in diesem Jahr (fast) zu schön. Es herrschte Flaute am Felsen. Dort fielen reihenweise die Wettfahrten aus. Lediglich die Deutsche Meisterschaft im Seesegeln wurde regulär abgewickelt. Hier errang als einzige Teilnehmer des Jadereviers Bernhard Ihnken (Segelkameradschaft Horumersiel) in einem starken Feld von zwölf Wettbewerbern einen beachtenswerten siebten Platz.
Schon die Zubringerregatta am Pfingstsonnabend litt unter Windmangel. Zwar starten die sieben Yachten aus der Jade noch mit gutem Wind um sieben Uhr in der Frühe bei Hooksiel. Doch Wetterinformationen der Regattaleitung auf Helgoland veranlassten Wettfahrtleiter Theo Kruse (SKHS), die Regatta auf halben Weg nach Helgoland an der Wesertonne A 1 zu beenden. Gewinner der Zubringerregatta wurde 'Henny' (Jörg Schleebaum, Steuermann Tanno Kruse) Am Sonntag konnte die Traditionswettfahrt 'Rund Helgoland' wegen absoluter Flaute nicht gestartet werden. Lediglich die Cracks, die zur Deutschen Meisterschaft im Seesegeln gemeldet hatten, konnten noch einen vierten Lauf absolvieren. 'Wir sind mit unserem Abschneiden ganz zufrieden', sagte Skipper Bernhard Ihnken, der sich in einem hochkarätig besetzten Umfeld behaupten musste; Sieger wurde die 'Rubix' aus Hamburg. Auch am Pfingstmontag lief am Vormittag nichts.
Erst im Laufe des Tages kam Bewegung in den Hafen, als die 65 Boote des Skagen-Rennens die Startvorbereitungen trafen. Die Prognosen des 'Wetterfrosches' Dr. Meeno Schrader waren nicht berauschend: Schon in der ersten Nacht auf der Nordsee mussten die Skipper der längsten deutschen Hochseeregatta mit vier bis sechs Meter hohen Wellen und Windstärke sieben bis acht rechnen.
Für die Horumersieler Segler gab es seitens des Vereins 'Wegzehrung' in Form einer dicken Mettwurst. 'Die Skagen-Wurst soll die Crews bei Kräften halten, wenn die Kombüse bei extremen Wetterbedingungen kalt bleiben muss', erklärte 1. Vorsitzender Weert Siuts. Das Skagen-Rennen ist die härteste Hochseeregatta: Sie führt an der dänischen Westküste hoch bis ins Skagerak. Nach der Wendemarke am Kap Skagen geht es durch Kattegat und Großen Belt zurück nach Kiel. Dort befindet sich vor dem Yachthafen Strande das Ziel. Aus Horumersiel sind gestartet: Die 'Henny' (Jörg Schleebaum), 'Magister Wigbold' (Gebrüder Hicken) und 'Ree' Bernhard Ihnken. Wolfram Heibeck sagte schweren Herzens ab, weil er sein neues Boot 'Black Maggy' noch nicht bei so hartem Wetter getestet hat. Die Positionen der Wettfahrtteilnehmer im Skagen-Rennen sind online und live zu verfolgen unter:
Die Nordseewocheist eine Regattawoche für Hochseesegler, die seit 1922 an Pfingsten auf der Nordsee und seit 1925 rund um die einzige deutsche Hochseeinsel Helgoland veranstaltet wird. Die Nordseewoche richtet sich schon immer an Profisegler und Amateure gleichermaßen.
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