Horumersiel/Hooksiel - Für dieses Ergebnis hatte Dietrich Gabbey von der Bürgerinitiative nur ein Prädikat: „Überwältigend!“ Das Quorum von rund 1650 Wahlberechtigten, um einen Verkauf des Gästehauses Hooksiel zu verhindern, wurde weit übertroffen und noch vor der Auszählung der Stimmen aus Hooksiel war man bei 1493 Wahlbeteiligten angelangt.
Als die besonders zahlreichen Wahlzettel aus dem Sielort selbst dann um 20.20 Uhr ausgezählt waren, war bei nun 2829 Ja-Stimmen endgültig klar: der Bürgerentscheid der Bürgerinitiative Hooksiel, mit dem der einst einstimmige Ratsbeschluss zum Verkauf des dortigen Gästehauses gekippt werden sollte, hatte nicht nur das Quorum einer Wahlbeteiligung von mindestens 20 Prozent aller Wahlberechtigten der Gemeinde Wangerland (ca. 1650) deutlich überschritten.
Mindest-Wahlbeteiligung deutlich überschritten
Am Ende des Zählmarathons verkündete Gitta Heitmann-Schmacker als stellvertretende Wahlleiterin der Gemeinde, dass 78,86 Prozent der Beteiligten mit Ja und nur 21,14 mit Nein gestimmt hatten. BI-Sprecher Dieter Schäfermeier staunte dabei vor allem über die Wahlbeteiligung von 46,73 Prozent. Die komme fast an die letzten Kommunalwahlen heran und es habe in allen Ortsteilen eine gute Beteiligung und Mehrheiten gegeben.
Lesen Sie außerdem: Faktencheck – Sollte das Hooksieler Gästehaus erhalten bleiben?
Vor allem das – dass die Wangerländer an einem Strang ziehen – bezeichnete BI-Sprecher Dietrich Gabbey als „eine Ohrfeige für die Mehrheitsgruppe im Gemeinderat“. Man hätte sich die beträchtlichen Kosten und die viele Arbeit für BI und Gemeinde sparen können, wenn es zuvor Gespräche gegeben hätte. Der ebenfalls hoch erfreute BI-Sprecher Günter Schmöckel dankte den Helfern der Initiative, die wegen der Corona-Einschränkungen mit ihrem „Wahlkampf“ vor besonders schwierigen Hürden gestanden hätten.
Lob für Rathausmitarbeiter
Ein Lob hatten die BI-Vertreter aber auch für die fleißigen Rathausmitarbeiter, die gemäß Coronabestimmungen an vier großen Tischen im Kursaal in Horumersiel die Auszählung vornahmen. 24 von ihnen mussten zunächst die Wahlberechtigungsscheine aussortieren und die Wahlbriefe dann in die einzelnen Wahlurnen packen. Hinzu kam der Wahlvorstand sowie Peter Podein, der um Punkt 18 Uhr die letzten, direkt eingeworfenen zwölf Wahlumschläge aus dem Rathaus abgeholt hatte.
Gitta Heitmann-Schmacker hatte ein leichtes Amt, denn der gesamte Zählvorgang lief reibungslos. Die nach dem Erhalt des Hallenwellenbades erneut erfolgreiche Bürgerinitiative nannte als nächsten Schritt, kurzfristig in den Dialog eintreten zu wollen.
