Horumersiel - Seit gut einem Monat steht der Bauzaun mittlerweile um das ehemalige Kurhaus in Horumersiel. Und solange laufen bereits auch schon die Arbeiten im Inneren.

Verantwortlich für die Umgestaltung des Baus aus den 1970ern in ein modernes Thalasso-Zentrum ist Architekt Wilfried Henke vom Architektenbüro Deeken-Henke. Regelmäßig kontrolliert er die Abrissarbeiten. „Bis Weihnachten werden diese wohl andauern“, erklärt er bei einem Gang über die Baustelle. Während eine solche Entkernung früher in zwei Wochen mit einem Bagger erledigt gewesen wäre, braucht der Abriss heute Zeit. „Heute wird auf strickte Mülltrennung geachtet“, sagt Henke. Überall finden sich somit in dem 2690 Quadratmeter großen Gebäude Eimer mit den unterschiedlichsten Metallen und Gläsern, Haufen von Kabel in verschiedener Dicke, Rohrleitungen, die Wannen für die Schlammbäder sowie jede Menge Beton und Bauschutt. Allein 400 Tonnen Beton werden so nach und nach das Gebäude verlassen.

In mühevoller Kleinstarbeit und mit kleinem Gerät wird das Innenleben des Kurhauses von zehn Mitarbeitern so Stück für Stück auseinandergenommen und zerlegt. Das größte Gerät ist ein Minibagger für den Abriss von Wänden.

Neben der Mülltrennung ist für Henke die größte Herausforderung, in ein bestehendes Gebäude ein quasi neues zu integrieren. „Wir haben hier das Glück, dass wir zumindest im Obergeschoss großflächige Räume haben. Das erleichtert die Planung.“ Korridore, Behandlungsräume, Aerosolbereich und das Hallenbad sollen dann im „Yoga-Zen“-Stil entstehen und kommen nach Worten des Architekten „stark reduziert“ daher.

Für den Architekten ergeben sich aber noch weitere Herausforderungen. So müssen unter anderem später zwei verschiedene Wasserkreisläufe, einer für normales und einer für das Meerwasser, installiert werden sowie für die entsprechende Entsorgung gesorgt werden. Auch die Entsorgung des Schlamms mache die Aufgabe kompliziert, aber eben auch herausfordernd.

Bis es allerdings soweit ist, dauert es noch ein paar Monate. Erst müssen noch die Bauschäden beseitig werden, die sich zum Teil gerade im Bereich des ehemaligen Bades wiederfinden. „Der Beton ist hier durch das Chlor übersäuert und somit bereits brüchig“, erklärt Henke am Beispiel eines Pfeilers. Dann, wenn das Becken abgetragen ist, wird die Tragfähigkeit der Pfähle überprüft. „Dafür müssen diese ausgegraben werden“, so der Architekt.

Den Eröffnungstermin am 1. Juli 2022 könne man halten. „Nach jetzigem Stand schaffen wir das“, so Henke.

Sebastian Urbanczyk
Sebastian Urbanczyk Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt