Horumersiel - Bauen im alten Bestand kann immer die eine oder Überraschung für den Bauherren bereit halten. Wer eine alte Immobilie schon mal saniert hat, wird wissen, was gemeint ist. Diese Erfahrung muss derzeit auch die Wangerland Touristik GmbH und das Architektenbüro Deeken-Henke beim neuen Thalasso-Zentrum in Horumersiel machen.
Ursprünglich war geplant, das neue Thalasso-Zentrum in das vorhandene Gebäude des alten Kurmittelhauses zu integrieren. Die Außenwände des Erdgeschosses des aus den 1970er Jahren stammenden Gebäudes haben sich mittlerweile allerdings als nicht tragfähig erwiesen. „Das war so natürlich nicht geplant. Vor Überraschungen in alten Gebäuden ist man aber nie gefeit“, sagt Architekt Wilfried Henke im Gespräch mit der „Wilhelmshavener Zeitung.“
Das Thema Brandschutz für ein altes und gleichzeitig neues Gebäude war in diesem Zusammenhang im Übrigen kein Thema, versichert Henke. „Sämtliche Arbeiten sind stets mit einem entsprechenden Brandschutzgutachten begleitet worden.“
Dass das Kurmittelhaus nun allerdings ganz abgerissen werden muss, stimme so nicht. „Das mag von Außen betrachtet so wirken“, sagt Henke. „Das Untergeschoss allerdings, wo früher das Schwimmbecken war, bleibt wie geplant bestehen.“ Über Mehrkosten kann Henke indes keine Angaben machen. Sicher werde das Errichten ganzer Wände anfangs erstmal mehr Kosten verursachen. „Allerdings können sich dadurch am Ende auch Einspareffekte ergeben.“ Das müsse im Verlauf der weiteren Arbeiten erst geprüft werden. Rund 8,8 Millionen Euro soll das Vorhaben kosten.
Henke gab allerdings auch zu, dass es nicht auszuschließen sei, dass gerade Materialkosten im Sommer teurer werden könnten. „Die Firmen haben nachträglich das Recht, Preise, aufgrund der aktuellen Lage, auch zu erhöhen. Im Moment ist der Markt sehr unruhig. Wir werden die Entwicklungen allerdings begleitend zum Bauvorhaben beobachten“, versichert Henke.
Derweil werde in diesen Tagen die Gründungsarbeiten vorbereitet. Die entsprechenden Firmen sind beauftragt, so dass in Kürze mit den Rammarbeiten begonnen werden kann, so Henke. Auch dann wird sich erst herausstellen, ob man für die Errichtung des Thalasso-Zentrum eventuell mehr Zeit braucht als anfangs angenommen. „Dann erst können wir nämlich sehen, wie es mit den Bodenverhältnissen aussieht“, erklärt der Architekt. Denn im Schwimmbeckenbereich ist mit einem Spezialbeton gearbeitet worden, der das Eindringen von Wasser von Außen verhindern sollte. Ursprünglich wird mit der Eröffnung am 1. Juli 2022 geplant.
Trotzdem müssen regelmäßig die Kontaktregeln berücksichtigt werden. „Wir können nicht mit 20 Arbeitern aus verschiedenen Gewerken in einem Raum arbeiten.“ Die derzeitige Entwicklung der Infektionszahlen verspreche hier allerdings Besserung. „Somit gehen wir im Moment davon aus, dass wir den Termin auch halten können.“
