HORUMERSIEL - 'Camping bleibt groß in der Nachfrage', sagte gestern Anton Harms. Der Präsident des Verbands der Campingplatzunternehmer Niedersachsen war am Dienstag zum Gespräch bei der Wangerland Touristik GmbH (WTG) in Horumersiel. Nicht von ungefähr: Die WTG will nach der Saison größere Summen für Gebäude auf ihren Campingplätzen ausgeben. 'Uns ging es um Informationen über aktuelle Trends im Bereich Camping', sagte WTG-Geschäftsführerin Ute Draschba gestern Nachmittag bei einem Pressegespräch, in dem sie gemeinsam mit Harms, den WTG-Abteilungsleitern Friedo Gerdes und Ralf Ewen, sowie den Leitern der Campingplätze Klaus Reiners (Schillig) und Ingo Kruse (Hooksiel) wesentliche Ergebnisse des Gedankenaustausches bekanntgab.

Fest steht bereits, dass die WTG und der Verband der Campingplatzunternehmer in puncto Marketing zukünftig enger zusammenarbeiten wollen.

Anton Harms zog außerdem eine erste Bilanz dieses Campingjahrs, das im Frühjahr und Frühsommer von einer lang anhaltenden Schlechtwetterphase und an der Elbe von der Hochwasserkatastrophe geprägt war. Auch wenn während der Sommerferien dann doch noch alles passte, 'werden wir die Übernachtungszahlen von 2012 wohl nicht erreichen', meinte Harms, es sei denn, der Oktober beschert noch viele 'goldene' Tage.

Der Präsident, der 170 Campingplatzunternehmen vertritt, wusste außerdem zu berichten, dass auf Campingplätzen die Nachfrage nach Ferienwohnungen wächst. Die Zahl der Reisemobile steige weiterhin und damit auch die Nachfrage nach guten Stellplätzen. Stark im Kommen sei auf den Campingplätzen das 'eigene' Badezimmer, das von Campern für die Dauer ihres Urlaubs angemietet werden kann.

Über die Realisierung eines solchen Angebots werde auch bei der WTG nachgedacht, sagte Ute Draschba am Dienstag. Zunächst steht allerdings die Sanierung eines Sanitärgebäudes auf dem Hooksieler Campingplatz im Vordergrund, für die rund 300 000 Euro ausgegeben werden sollen. 'Wir wollen eine Verbesserung der Qualität', betonte die WTG-Geschäftsführerin, ohne nun allerdings nach fünf Sternen greifen zu wollen. Die beiden Campingplätze der Gemeinde, attraktiv im Deichvorland gelegen, haben je 1500 Stellplätze und sind vom Deutschen Tourismusverband mit vier Sternen bewertet worden. Aktuell kommt noch ein weiteres Plus hinzu: Die WTG hat für die Plätze zwei elektrisch betriebene Servicefahrzeuge angeschafft, die am Dienstag vorgestellt wurden. Sie fahren 'ohne Schall und Rauch', stören die Ruhe der Camper also nicht.

Die Campingplätze sind für die Tourismusgemeinde ein nicht zu unterschätzender Wirtschaftsfaktor. Die Camper machen nach Angaben von Friedo Gerdes 28 Prozent der Gesamtübernachtungen im Wangerland aus, ein Drittel der anreisenden Gäste seien Camper. Und, daran erinnerte Anton Harms noch einmal, 'Campingurlauber haben in der Regel ein hohen Haushaltseinkommen' und seien bereit, Geld auszugeben. Im Übrigen sei Deutschland innerhalb Europas das günstigste Campingland. Nicht nur deshalb 'haben uns die Schweizer entdeckt', sagte Anton Harms, sondern sie schwärmten auch von dem guten Service, der nirgendwo besser sei.