Minsen - Am Anfang sind sie Norbert Siebolds aus Minsen nicht besonders aufgefallen: „Klar, da flog mal wat um’n Kopp“, sagt er. „Aber richtig bemerkt, dass ein Wespenvolk es sich bei mir gemütlich gemacht hat, habe ich erst irgendwann im Juni.“

Da hat er dann genauer hingesehen und festgestellt, dass die Wespen eine Ritze unterhalb der Regenrinne an seinem Schuppen als Einflugloch nutzen. Siebolds schnappte sich eine Leiter, kletterte hinauf und zog die Plane beiseite, die einen oberen Teil des Schuppen abgrenzt und hinter die er sonst nur selten blickt. Er staunte nicht schlecht: „Wat is’ dat denn?“

„Dat“ ist ein großes Wespennest – „von bestimmt 70 Zentimetern Durchmesser“, sagt er. Gesehen hat er so etwas vorher noch nie und aus der Nähe sowieso nicht. Eigentlich hat er sich vorher auch keine besonderen Gedanken gemacht um die gelb-schwarzen Insekten mit dem zweifelhaften Ruf. „Dann habe ich aber doch mal gegoogelt und bin ganz fasziniert.“

Nun beobachtet Norbert Siebolds die Tiere, wahlweise vom Wohnzimmer oder der Bank an der Hauswand aus, und hat festgestellt: „Die sind wirklich sehr friedlich, die haben mich noch nicht einmal gestochen. Wir pflegen hier ein sehr gutes Miteinander.“

Er sorgt dafür, dass sein Zinkeimer immer randvoll mit Wasser gefüllt ist, damit die Wespen auf dem Rand sitzen und Wasser aufnehmen können und nicht hineinfallen und ertrinken.

Siebolds hat im Schuppen aber nicht nur ein Wespennest, sondern gleich nebenan unter dem Wein haben sich auch noch Hornissen niedergelassen. „Die sind auch in der Nacht aktiv“, hat Siebolds festgestellt. „Und die stören mich auch nicht.“