Wangerland - Die Pläne für mehrere Bürgerwindparks in der Gemeinde Wangerland liegen derzeit offenbar auf Eis: Die Mitglieder des Verwaltungsausschusses haben einen Beschlussvorschlag zum Ausbau der Windenergie in Form mehrerer Bürgerwindparks in der jüngsten Sitzung abgelehnt.
Das teilte Bürgermeister Harald Hinrichs am Dienstag mit. Dem Beschluss zufolge hätten bereits die nötigen Voraussetzungen für eine Bauleitplanung geschaffen werden sollen.
Wie berichtet, hatte sich der Verwaltungsausschuss am Montagabend mit dem Ausbau der Windenergie im Wangerland beschäftigt. Konkret ging es um den Vorschlag mit einem neuen gesellschaftlichen Konstrukt mehrere Bürgerwindparks im Wangerland einzurichten. Es war angedacht, unter der Verwaltungsgesellschaft der Gemeinde Windenergie Wangerland eine neue Gesellschaft zu gründen.
Projekt gescheitert
Die Bürgerwindpark Wangerland GmbH & Co. KG war erst kürzlich aufgelöst worden (die berichtete). Damit scheitere das Projekt Bürgerwindpark, das die räumliche Zusammenfassung der einzelnen im Wangerland stehenden Windräder zum Ziel hatte. Grund war, dass sich die Gesellschafter nicht einig über die Aufteilung der Anteile waren. Die Altanlagenbetreiber hatten kritisiert, dass die Gemeinde in ihr Geschäftsfeld eindringen wolle und ihnen dadurch Gewinne verloren gehen.
Mögliche Standorte im Wangerland für mehrere Bürgerwindparks sollte eine Flächenpotenzialanalyse ermitteln, die anschließend zur Beratung in die politischen Gremien gehen sollte.
Bei der Vorlage für den Verwaltungsausschuss habe es sich lediglich um eine Beschreibung der aktuellen Situation gehandelt, sagte Hinrichs.
Einige Bürger seien mit Ideen und möglichen Flächen für den Windenergieanlagenausbau an die Gemeinde herangetreten und das habe man in besagter Vorlage kurz zusammengefasst. Die Idee der neuen Gesellschaft sei allerdings ein Konstrukt der Gemeinde gewesen.
Man wolle nun erstmal abwarten, denn man gehe von künftigen Einschränkungen in der Windenergie im Zuge des neuen EEG-Gesetzes aus, so Hinrichs.
Spekulationen um Schule
Ein weiteres Thema im Verwaltungsausschuss war die Nachnutzung des Gebäudes der Grundschule in Horumersiel. Wie berichtet, war die Schule kürzlich aus Mangel an Schülern geschlossen worden.
In Horumersiel hatte es anschließend Spekulationen um die Nachnutzung gegeben. Es war die Rede vom Verkauf der Immobilie bis hin zu einem Abriss gewesen. Mitglieder der Horumersieler Vereine befürchteten sogar die Entstehung einer Ferienhaussiedlung.
Hinrichs betonte am Dienstag, man wolle seitens der Gemeinde für die Immobilie ausschließlich eine Nachnutzung, die gut für den Ort ist. „Es geht nicht darum, die Grundschule um jeden Preis zu verkaufen“, sagte er.
Man habe zurzeit Abstand davon genommen, die Grundschule in die offizielle Vermarktung zu geben. Die Gemeinde prüfe zurzeit mehrere Optionen für eine sinnvolle und förderliche Nachnutzung des Gebäudes, so Hinrichs.
Gerüchte um den Abriss der Immobilie oder um eine mögliche Bebauung des angrenzenden Sportplatzes in Horumersiel entbehrten jeglicher Grundlage und diese Optionen seien zu keinem Zeitpunkt in den politischen Gremien diskutiert worden, sagte Hinrichs.
