WADDEWARDEN - „Wi sünd een aanstännig Huus“, sagt Chefin Frau Kuhlmann (Marion Behrens) zu ihrer neuen Empfangsdame Konni (Roland Alken) und untersagt somit alle Beziehungen zwischen Gästen, Personal und Kollegen untereinander. So beginnt das plattdeutsche Theaterstück „Twee Froonslüüd to veel“ in drei Akten von Andreas Baumgartner, das die Speelkoppel Waddewarden am Freitagabend im „Waddewarder Hof“ vor einem begeisterten Publikum spielte.
Aber so leicht ist es nicht mit dem guten Ruf, denn nicht nur Empfangsdame Konni, die eigentlich ein Mann ist und Konrad heißt, sondern auch ihr Vater Rudolf Keller (Erhard Gogler), der sich als seine Frau Barbara Keller verkleidet hat, um seine Brieffreundin heimlich zu beobachten, kratzen am guten Ruf der Pension – sind doch beide Männer auf Brautschau.
Auch die Damen, die zum bevorstehenden Umweltkongress anreisen, haben einiges zu verbergen. So meldet sich Frau Fuchs als Frau Grünlich (Gaby Hehenberger) an, um unter falschem Namen ihrerseits ihrem Brieffreund auf den Zahn zu fühlen. Aber auch die beiden anderen Damen Barbara Keller (Gisela Harms), Ex-Frau von Rudolf Keller, und Frau Bobeck (Bärbel Focken) haben Geheimnisse.
Der vergessliche Pharmazeut Doktor Fischer, toll gespielt von Axel Foken, versucht indes, sein Wundermittel für ewige Jugend an die Frau zu bringen. Dabei wird er fälschlicherweise für einen Heiratsschwindler gehalten. So entsteht eine komplexe Handlung, die für allerlei Verwirrung sorgt. Vor allem bei den Fragen: „Wer ist hier eigentlich wer?“ und „Wer hat hier eigentlich was mit wem und warum?“
Dabei überzeugte Roland Alken als Konni und hatte viele Lacher auf seiner Seite, denn er spielte die Konni so wunderbar, dass man hin und wieder zweimal hinsehen musste, um den Mann hinter der Maske auch als solchen zu identifizieren. Das änderte sich erst, als Konnis Tarnung bei der pfiffigen Zimmerdeern Kathi, authentisch gespielt von Christel Friedrichs, auffliegt und sich zwischen den beiden eine zarte Liebesbeziehung entwickelt. Die muss allerdings vor der resoluten Chefin Frau Kuhlmann geheim gehalten werden. Marion Behrens brillierte dabei mit einer perfekten Mischung aus Dominanz und Spitzfindigkeit, die ihrer Figur Leben einhauchte.
Auch Erhard Gogler in der Doppelrolle Frau und Herr Keller sprühte vor Esprit und Witz. Insgesamt verliehen alle Schauspieler unter Leitung von Axel Foken dem Stück eine eigene Note und kamen beim Publikum bestens an. Das Bühnenbild, kreiert von Max Leurs und Uwe Röttger, bildete den perfekten Hintergrund und auch die Maske von Julia Obst war gelungen.
