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Neuer Bürgermeisterkandidat Bernd Abrahams will Bürgermeister im Wangerland werden

Wangerland - Für den 52 Jahre alten Bernd Abrahams ist es wie ein Kaltstart, wie er selbst sagt. Erst vor zwei Wochen hatte er sich nach einem Telefonat mit Dieter Schäfermeier, dem 1. Vorsitzenden der Wählergemeinschaft Pro-Wangerland, dazu entschieden, für die Bürgermeisterwahl am 12. September dieses Jahres anzutreten. Hinzu kam noch das Flurbereinigungsverfahren Oldorf - St.Joost, wovon auch der familiäre Hof nachteilig betroffen gewesen wäre.

„Das passte einfach wie Deckel auf Pott“, sagte der gebürtige Wangerländer, der mittlerweile mit seiner Frau und seinen beiden erwachsenen Töchtern in Lüneburg lebt, gestern in einem Vorstellungsgespräch den Pressevertretern. „Das, wofür Pro-Wangerland steht, passt sehr gut zu meinen Vorstellungen.“ Aber wer ist der Mann eigentlich, den die Wählergemeinschaft, nach einigen erfolglosen Anfragen an verschiedene Kandidaten, da so plötzlich aus dem Hut zaubert?

Geboren ist Abrahams in Wilhelmshaven, seine Jugend hat er allerdings im Wangerland verbracht. Hier ging er zur Schule, war in zahlreichen Vereinen aktiv und absolvierte eine landwirtschaftliche Ausbildung. „Nach der Wende gaben meine Eltern mir allerdings den Rat, nicht weiter in der Landwirtschaft zu arbeiten, die Preise hätten sich einfach zu stark verändert“, erinnert sich Abrahams. Nach seinem Wehrdienst und einem Studium in Bauingenieurswesen arbeitete er unter anderem als Bau- und Projektleiter bei verschiedenen Firmen und in verschiedenen Städten. Später zog es ihn dann familiärbedingt nach Lüneburg wo er heute mit seiner Familie wohnt. Seit 2016 ist er als Sachbearbeiter bei der Samtgemeinde Gellersen zuständig für Tiefbau, Abwasser, Umweltschutz und Leiter des Bauhofs.

Der 52-Jährige will sich, sollte er zum Bürgermeister gewählt werden, unter anderem für einen nachhaltigen Tourismus einsetzen, von dem die Bürger im Wangerland profitieren. „Wir müssen uns um die Gäste kümmern, die jetzt zu uns kommen und die schon immer hier Urlaub gemacht haben. Die Gäste, deren Kinder und Enkel mit dem Urlaub im Wangerland groß geworden sind“, ist Abrahams überzeugt. Sylt-Urlauber, die vielleicht etwas mehr Geld besitzen, wolle man hier nicht haben. „Aber die kommen hier auch nicht her.“

Dabei will Abrahams die Bürger wenn möglich bei allen Entscheidungen mit ins Boot holen. Ehrenamtliche Ortsvorsteher könnten für ihn erste Ansprechperson für die Belange in einem Ort sein. „Transparenz und Offenheit sind mir sehr wichtig. Ich könnte mir für das eine oder andere Projekt auch eine Art Ideenwerkstatt vorstellen.“

Das Projekt am Speicherpolder in Horumersiel nach dem Prinzip „helping hands“ halte er zwar nicht für grundlegend falsch, „aber das Areal ist dafür einfach nicht geeignet. Nicht umsonst wurde es als Staubecken für Niederschlag konzipiert.“ Und so hohe Stelzen, wie hier das Wasser stehen, könne man gar nicht bauen.

Betonklötze auswärtiger Investoren oder neue Ferienwohnungen auf der grünen Wiese lehnt Bernd Abrahams kategorisch ab. „Wir sollten lieber schauen, dafür auch alten Baubestand zu nutzen. Das gelte im Übrigen auch für Wohnraum für die Wangerländer. „Mit einer eigenen Gesellschaft könnte die Gemeinde so etwas zukünftig auch selber in die Hand nehmen“, ist Abrahams sicher.

Zudem will er als Bürgermeister Gewerbebetriebe auch außerhalb des Tourismus fördern sowie bezahlbaren Wohnraum, egal ob zur Miete oder Eigentum, schaffen. In Sachen Straßenbau ist er davon überzeugt, dass in bestimmten Bereichen auch erstmal kleine Sanierungsmaßnahmen ausreichen.

Den Wangerländern sich persönlich vorstellen dürfte für Abrahams indes schwierig werden. „Natürlich habe ich noch meine ganz normale Arbeit, aber ich werde jedes Wochenende und meinen Urlaub hier verbringen.“ Über die einzelnen Dorfgemeinschaften will er dann den Kontakt zu den Wangerländern suchen. Ein Facebook-Auftritt sowie eine Homepage sind ebenfalls bereits in der Mache. Ob man den Bürgermeister-Kandidaten von Pro-Wangerland zukünftig auch auf den Wochenmärkten antreffen wird, ist noch fraglich. „Das werden wir dann aber auch gegebenenfalls übernehmen“, so Dieter Schäfermeier.

Sebastian Urbanczyk
Sebastian Urbanczyk Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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