WANGERLAND - So richtig deutlich wurde Harry Hahn erst nach der Schulausschusssitzung. Was den geplanten 'offenen Ganztagsbetrieb' an der Hooksieler Grundschule angeht, sprach der Rektor am Dienstagabend mit Blick auf die zur Verfügung stehenden Mittel von einem 'Billigkonzept' und einem 'Schmalspurprogramm'. Auch sonst machte der Pädagoge im Gespräch mit dem Wochenblatt keinen Hehl aus seiner ablehnenden Haltung: 'Den Antrag hat nicht die Schule gestellt, sondern die Gemeinde.'

Zur Erinnerung: In Zusammenhang mit der Schließung der Grundschule Horumersiel hatte sich der Rat einstimmig dafür ausgesprochen, für die Grundschulen in Hohenkirchen und Hooksiel einen Ganztagsschulbetrieb 'anzustreben'. Das entsprach einem Forderungskatalog, den die Eltern in Horumersiel aufgestellt hatten.

Eine erste Elternbefragung vor einem Jahr hatte laut Hahn ergeben, dass sich 50 Prozent der Familien für die Hooksieler Schule einen Ganztagsbetrieb wünschen. Im Oktober wurde den Schulgremien ein Konzept vorgelegt. Es beinhaltet die Nachmittagsbetreuung mit Hausaufgabenhilfe und Arbeitsgemeinschaften jeweils dienstags, mittwochs und donnerstags bis 15.30 Uhr, wobei das Angebot nicht verpflichtend ist. Im November wurden dann die Eltern über das Konzept informiert, das wenig später vom Schulvorstand so beschlossen wurde.

Einen großen Raum in der Diskussion um den Ganztagsbetrieb nahm die dann vorgeschriebene Mittagsverpflegung an der Schule ein. Zumindest angedacht für einen Mensa-Betrieb sind ein Dachausbau bzw. ein Umbau der Sporthallen-Empore. Unterrichtsräume stehen laut Hahn wegen der an der Schule herrschenden Raumknappheit für einen Mensa-Umbau nicht zur Verfügung. Richard Herfurths (SPD) Vorschlag, die Mittagsverpflegung wie in Tettens von einer Gaststätte vor Ort übernehmen zu lassen, hielt der Rektor für 'nicht praktikabel'. Denn, so Hahn: Hooksiel sei ein 'völlig touristischer Ort'.

Obwohl es sich in der Sitzung lediglich um einen Sachstandbericht handelte, riet Renate Janßen-Niemann, zumindest eine Absichtserklärung abzugeben und die erforderlichen Mittel schnell bereitzustellen, damit mit Beginn des Schuljahres 2014/15 der Ganztagsbetrieb starten kann.

Trotz aller Bedenken forderte auch Hahn die Politik zu schnellem Handeln auf. 'Das darf keine Wackelveranstaltung werden', sagte er.