WANGERLAND - Die jüngsten Badeunfälle haben wieder einmal deutlich gemacht, wie wichtig eine leistungsfähige Bewachung der Badegebiete durch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) ist. Deshalb hat die Wangerland Touristik GmbH (WTG) jetzt nicht nur die Strandbad-Sicherheit international zertifizieren lassen, sondern mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Friesland und des Landes Niedersachsen rund 80 000 Euro in den Schutz der Badenden investiert. Davon wurden allein für zwei neue mobile Rettungsstationen 56 000 Euro ausgegeben.

'In anderen Ländern gibt es viel gefährlichere Strände', gab Ute Draschba am Donnerstag bei der Vorstellung der beiden Stationen zu bedenken. Das, so die WTG-Geschäftsführerin, sei jedoch kein Grund, die Strandbad-Sicherheit im Wangerland zu vernachlässigen. Die WTG hatte sich deshalb für eine Risikoanalyse entschieden, die im vergangenen Jahr von der 'International Life Saving Federation of Europe' (ILSE), dem europäischen Dachverband der Wasserrettungsorganisationen, vorgenommen wurde (wir berichteten).

Mit der Analyse und mit der Anschaffung der beiden mobilen Stationen sei nun auch die Zertifizierung gemäß der international geltenden Standards von 'Lifeguarded Beach' – zu Deutsch: bewachter Strand – abgeschlossen, freute sich Ute Draschba. Sie lobte gestern den WTG-Marketingexperten Friedo Gerdes und den wangerländischen DLRG-Wachkoordinator Ralf Knebel, die sich federführend um die Zertifizierung gekümmert hatten.

Laut Gerdes hatten die ILSE-Prüfer an den Stränden nur Kleinigkeiten zu bemängeln. So mussten in Hooksiel im Bereich des Strandhauses 1 gefährliche Gegenstände des Beton-Flutschutzgürtels entfernt werden. Auch empfahlen die Prüfer für Hooksiel die Installation zusätzlicher Lautsprecher. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) musste sich im Wangerland einem Geräte-Check unterziehen. Künftig sollen noch Holzpfähle, die den Badebereich kennzeichnen, durch Bojen ersetzt werden.

Kernstück der Neuerung sind jedoch die beiden mobilen DLRG-Rettungsstationen, die die beiden abgängigen Wachhäuschen in Schillig sowie in Horumersiel-Süd im Bereich der Hafenmole ersetzen. In alter Form bestehen bleiben die Rettungsstationen in Hooksiel (Strandhaus 1) sowie in Horumersiel-Nord.

Vom Dach der mobilen Stationen haben die DLRG-Rettungsschwimmer einen guten Überblick. Das ist im Fall der Station Horumersiel-Süd auch nötig. Denn das DLRG-Personal muss nun die Badenden im Bereich der Hafenmole und im nördlich angrenzenden Strandabschnitt gleichzeitig beaufsichtigen.

Ralf Knebel und Friedo Gerdes räumen ein, dass diese Umstrukturierung auch mit der immer schwieriger werdenden Besetzung der Strandwachen durch die DLRG zu tun hat. Ohne die Retter aus Ortsgruppen aus dem Binnenland, so Knebel, wären in der Hochsaison die Rettungsstationen an Wangerlands Stränden nicht ausreichend zu besetzen.