Wangerland/Kaiserhof - Die Wucht des Aufpralles gegen den Baum ist so stark gewesen, dass das Auto des 27-Jährigen zurück auf die Fahrbahn geschleudert wurde. Der junge Mann sowie seine 28-jährige Beifahrerin waren in der Nacht auf Samstag auf dem Weg nach Horumersiel, als sie auf der L 810 vor Kaiserhof in einer Kurve von der Straße abkamen. Auf dem Grünstreifen prallte der Wagen mit der rechten Front gegen einen massiven Baum. Motorblock und Kühler wurden aus der Karosserie gerissen und blieben vor dem Baum liegen. Der Fahrer hatte Glück, er konnte sich selbst aus dem total zerstörten Auto befreien, doch seine 28-jährige Beifahrerin war vorne im Auto eingeklemmt. Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehren Hohenkirchen und Minsen konnten sie jedoch aus dem Wrack befreien.

Beide Unfallopfer wurden mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Bei der Frau konnte eine Lebensgefahr nicht ausgeschlossen werden. Der Fahrer stand zum Unfallzeitpunkt unter Alkoholeinfluss, das teilt die Polizei in einer Pressemitteilung mit. Dem 28-Jährigen wurde eine Blutprobe entnommen. Die weiteren Ermittlungen zur Ursache des Unfalls dauern an. Für die Unfallaufnahme wurde die Straße bis etwa 4 Uhr am Samstagmorgen voll gesperrt.

Die Freiwillige Feuerwehr Minsen informierte ebenfalls online über das Einsatzgesehen, doch gab es etliche respektlose Facebook-Kommentare zum Unfall und vor allem zu dem Umstand, dass der Fahrer unter Alkoholeinfluss gestanden haben soll.

Unter der Unfall-Meldung, die über das Einsatzgesehen aufklärt, heißt es unter anderem von Nutzern „Für sowas habe ich kein Mitleid... Wie schnell muss man denn fahren, dass der Motor auf den Fußweg liegen bleibt und dann noch in der Ortschaft“ oder auch „Mit Alk im Kopf kein Wunder, wenn man die Kurve nicht kriegt. Und genau wegen solchen Menschen müssen Unschuldige sterben“.

Unverständlich sind solche Reaktionen zu einem schweren Unfall, mit lebensbedrohlichen Folgen – das sahen auch die Mitglieder der Freiwillige Feuerwehr Minsen so und ließen die negativen Kommentare nicht unkommentiert. Die Feuerwehr setzte mit ihrem Post ein starkes Zeichen. In der Nachricht heißt es unter anderem: „Wir verbitten uns aus Respekt vor Betroffenen und Angehörigen unserer Einsätze jegliche Mutmaßung, Schuldzuschreibung und respektlose Kommentare.“ Die Einsatzkräfte wollten durch ihren Auftritt in den sozialen Medien auf ihr Einsatzgeschehen aufmerksam machen und keinen Raum für Spekulationen oder negative Kommentare bieten.

„Darüber zu urteilen, was zu einem Unfall geführt hat, ist einzig und allein Ermittlern der Polizei vorbehalten“, schreibt die Feuerwehr weiter und fordert auf: „Wer sich daran beteiligen möchte, mag sich gerne beruflich in diese Richtung orientieren“, samt entsprechendem Link zur polizeilichen Ausbildung in Niedersachsen.