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Politik Zensus: Wangerland klagt gegen Land

Rahel Arnold

Wangerland - Die Gemeinde Wangerland klagt gegen das Land auf erneute Feststellung der amtlichen Einwohnerzahl. Das berichtete Wangerlands Bürgermeister Harald Hinrichs im Rahmen des Gedankenaustausches mit der CDU in Horumersiel.

Grund ist, dass im Rahmen des Zensus, der bundesweiten Volkszählung, bei der mittels statistischer Werte Einwohnerzahlen ermittelt wurden, die Einwohnerzahl der Gemeinde um 437 Personen reduziert wurde. Zugrunde liegen Zahlen von 2011. Demnach lebten in der Gemeinde Wangerland zum Stichtag 9. Mai 2011 laut Zensus 9318 Einwohner – das Melderegister im Rathaus weist aber 9755 Einwohner aus.

437 Einwohner weniger

Da das Land die statistische Einwohnerzahl zur amtlichen erklärt hat und als Grundlage für die Schlüsselzuweisungen an die Kommunen heranzieht, fehlen der Gemeinde Wangerland damit nun jährlich 100 000 Euro.

„437 Personen – diese Unterschied ist mir zu groß“, sagte Hinrichs auch mit Blick auf die klamme Gemeindekasse und die Verpflichtung, einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen. „Das stellt uns vor eine echte Herausforderung“, betonte er.

Der Klage haben sich auch andere Kommunen in Niedersachsen angeschlossen, beraten werden sie vom Städte- und Gemeindebund.

Thema des Gedankenaustauschs war auch der Tourismus im Wangerland: So skizzierte Friedo Gerdes von der Wangerland Touristik vor dem Hintergrund des demografischen Wandels eine mögliche Entwicklung des Tourismus’ in den Küstenbadeorten: „Die Kinderzahlen gehen drastisch zurück, weitere Grundschulen werden schließen, bereits heute kommen 56 Prozent unserer Gäste alleine oder als Paar, jeder achte kommt mit Hund“, rechnete Gerdes vor. Zudem würden viele nicht mehr mit dem eigenen Auto anreisen. „Das bedeutet, wir müssen für Barrierefreiheit, kleinere Zimmer, eine gute Busanbindung nach Jever und Wilhelmshaven sorgen und Angebote für Hundebesitzer schaffen, wenn wir mit der Zeit gehen wollen“, forderte er. Es sei eine Fehleinschätzung, weiter überwiegend auf Familien als Zielgruppen zu setzen.

Auch müsse man sich dringend Gedanken machen, wie günstiger Dauerwohnraum für Jüngere, Familien und Senioren geschaffen werden kann.

Gegen Salzpipeline

Sorge bereitet den Vertretern der Horumersieler Vereine unter anderem die geplante Salzpipeline an die Nordsee. Auch der Erhalt einer Arztpraxis im Ort war Thema. Die Mitglieder der Wangerländer CDU und einige Mitglieder der Kreis-CDU sowie Vertreter der Verwaltung berieten die Themen gemeinsam mit den Vereinsvertretern.

Für Wangerlands Bürgermeister Harald Hinrichs war es das letzte Treffen dieser Art. Er wird am 1. November Bürgermeister in Esens. Sein Nachfolger Björn Mühlena nahm ebenfalls an der Traditionsveranstaltung unter Leitung von Dieter Behrens-Focken teil.

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