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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Wangerooge

KÜSTENSCHUTZ: Den Inseln dauern die Planungen viel zu lange

09.07.2008

WANGEROOGE Die Finanzierung des Insel- und Küstenschutzes darf nicht zum Spielball zwischen Bund und Land und schon gar nicht innerhalb der Ressorts werden. Das forderten am Montagabend die Bürgermeister von Langeoog, Spiekeroog und Wangerooge, Hans Janssen, Bernd Fiegenheim und Holger Kohls, bei einer Podiumsdiskussion auf Wangerooge.

Die SPD-Bundestagsabgeordneten Karin Evers-Meyer, Annette Fasse, Dr. Margrit Wetzel und Holger Ortel machten im Rahmen einer Inselbereisung auf Wangerooge Station, um sich über den Küsternschutz zu informieren. An der Diskussion nahmen auch Frieslands Landrat Sven Ambrosy, der Landtagsabgeordnete Olaf Lies, Frank Thorenz vom Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) und Holger Alker vom Wasser- und Schifffahrtsamt (WSA) teil.

Die Bürgermeister machten der Politik sehr deutlich, dass sie kein Verständnis für den neuen Generalplan Küstenschutz haben, der die Inseln völlig außer Betracht lässt. Sie wiesen darauf hin, dass die Inseln das Bollwerk der Küste bilden und Heimat, Existenzgrundlage und Zuflucht für viele Menschen sind. „Wir fühlen uns von der Politik im Stich gelassen“, sagte Holger Kohls. Es gehe beim Inselschutz nicht nur um das Geld, sondern vielmehr um die Übernahme von Verantwortung.

Landrat Ambrosy erklärte, dass der Bund und das Land ihre Pflicht endlich erkennen und Maßnahmen kurz- und mittelfristig in Angriff nehmen müssen: „Ein Generalplan Inselschutz wird schon lange angemahnt“, sagte er.

Frank Thorenz vom NLWKN berichtete, dass zurzeit der Investitionsbedarf für den Schutz aller sieben Inseln ermittelt wird. Er beklagte, dass die Genehmigungsverfahren für Maßnahmen umständlich und langwierig seien: „Genau wie bei der Bereitstellung zusätzlicher Mittel ist hier die Politik gefordert“, betonte er.

Die Abgeordneten verdeutlichten, dass der Küstenschutz zwar eine gesamtstaatliche Aufgabe ist, die Mittel aus dem Topf „Gemeinsame Agrarpolitik und Küstenschutz“ jedoch zum Beispiel auch Maßnahmen der Flurbereinigung und Dorferneuerung oder dem Deichschutz an der Mosel dienen. Da das Land sämtliche Maßnahmen mit 30 Prozent gegenfinanzieren muss, seien angesichts der angespannten Haushaltslage in den vergangenen Jahren immer wieder Bundesmittel nicht abgerufen worden. Olaf Lies forderte, die Mittelverteilung umzukehren: Bisher stehen zwei Drittel der Gelder für Agrarmaßnahmen und ein Drittel für Küstenschutz zur Verfügung. „Eine Sturmflut kann reichen, dann ist die Katastrophe da“, machte er den dringenden Handlungsbedarf deutlich.

Wangerooges Bürgermeister Holger Kohls bedauerte, dass Planungen seitens des NLWKN noch nicht einmal vorliegen. „Planungen, Genehmigungsverfahren und der Beteiligung anderer Verbände und Behörden – und wann soll denn endlich mit konkreten Maßnahmen begonnen werden. 2050?“, machte er seinen Unmut Luft.

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