New York/Wangerooge - Viele Schulklassen fahren für ihre Klassenfahrt ja auf die Insel Wangerooge. Und die Wangerooger selbst? Na, die müssen sich eben was anderes einfallen lassen. Und das haben die Lehrer Klaus Brüggerhoff und Elke Gerdes getan: denn sie sind mit der diesjährigen Abschlussklasse der Inselschule nach New York gefahren. Eine Fahrt, die wohl niemand von ihnen so schnell vergisst.

„Drei Jahre lang haben wir auf diese Fahrt hingearbeitet“, sagte Brüggerhoff im Gespräch mit der NWZ. „Damit haben wir trainiert, langfristig auf ein Ziel hinzuarbeiten – und nicht die sofortige Bedürfnisbefriedigung zu bekommen.“ Denn: Das Geld für die Fahrt wurde von Schülern und Lehrern gemeinsam erarbeitet und zurückgelegt. So konnte die Reise vollständig finanziert werden.

Dafür hatte sich die Gruppe einiges einfallen lassen: Angefangen haben sie mit der Schulcafeteria, sie verkauften Lose bei der Beachvolleyball-Tombola sowie Waffeln auf dem Weihnachtsmarkt. Brüggerhoff bot offene Singabende an, auch mit seiner Theatergruppe stand er mehrmals für die Fahrt auf der Bühne.

Eine ganz besondere Aktion nannte Brüggerhoff „Gruß aus Übersee“: „Beim Ehemaligen-Treffen auf Wangerooge boten wir an: Für zehn Euro bekommt der Spender eine Postkarte aus New York.“ Zusammengekommen sind 700 Euro – also musste die Gruppe 70 Postkarten schreiben. „Als ich beim Postamt nach 70 Briefmarken fragte, staunten die nicht schlecht“, erzählt Brüggerhoff schmunzelnd. „Sie fragten mehrmals nach: Meinen Sie wirklich 70? Nicht 17?“

Neben dem Geldverdienen stand aber auch die sprachliche Vorbereitung an: So hat Englischlehrer Brüggerhoff mit den Schülern unter anderem die Fragen der Grenzbeamten trainiert: Wo kommen Sie her? Wo geht es hin? Warum wollen Sie nach Amerika?

Dann, nach drei Jahren Vorbereitungszeit, war es nun endlich so weit: mit einem Zwischenstopp in Düsseldorf – denn von einer Insel ist die Fahrt ja nicht so leicht – flog die Klasse knapp neun Stunden nach New York. Dort angekommen, hat ein alter Schulfreund von Brüggerhoff die Gruppe mit einem großen Auto abholt und auch gleich die erste Sightseeingtour „Lichterfahrt durch Manhattan“ gestartet.

Fünf Tage lang waren sie dann vor Ort: Sie sahen China Town, Little Italy, Brooklyn, das Empire State Building, den Central Park mit der Gedenkstätte Strawberry Fields; sie besuchten das Naturwissenschaftliche Museum mit der weltweit größten Saurier-Skelettsammlung, das Wachsfigurenkabinett Madame Tussauds – und auch einige Drehorte des Films „Kevin allein in New York“ durften auf gar keinen Fall fehlen.

Sie tranken Kaffee bei Donald (im Trump Tower), sahen sich die Freiheitsstatue von der Staten Island Fähre aus an, besuchten die Show „Stomp“ und sie ließen sich New York von einem Einheimischen zeigen.

Hier wird wohl deutlich: die Klasse hat so ziemlich alles mitgenommen, was in gerade mal fünf Tagen überhaupt möglich war. „Und es war einfach nur toll“, so das Fazit von Brüggerhoff. Für ihn war dies übrigens die letzte Klassenfahrt. Im Sommer geht er nämlich in Pension: Ein toller Abschluss also.

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt