WANGEROOGE - Die zuständigen Behörden und Institutionen haben sich am Dienstag zur Herbstdeichschau auf Wangerooge getroffen. Das Positive vorweg: Prof. Frank Thorenz vom Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) in Norden verkündete mit der Fertigstellung des Ostgrodendeiches die Deichsicherheit. Für 2019 stehen noch Restarbeiten aus, wie die Fertigstellung des Deichkronenweges und des Deichverteidigungsweges am Ostgrodendeich, der bis zur endgültigen Fertigstellung gesperrt bleibt. Wegen der extremen Trockenheit in diesem Sommer gab es im Bereich des fertiggestellten Dorfgrodendeiches Risse in der Grasnarbe und dem darunter befindlichen Klei. Der NLWKN hat daher die Außenbereiche dieses Deiches durchpflügen lassen, um einen erneuten Verbund zu ermöglichen. Im Frühjahr soll hier und auf dem Ostgrodendeich neu ausgesät werden.

An den Nord- und Ostdünen gab es im Frühjahr und Sommer Sandfahrmaßnahmen zur teilweisen Verstärkung der Dünenkette. Auch dieser Bereich ist für den Winter sicher. Die Abbrüche am Übergang Bootsweg durch die Stürme der letzten Wochen werden erst im Frühjahr wieder repariert – er bleibt bis dahin geschlossen. Das Strandniveau am Bootsweg und beim Übergang Neudeich sind rückgängig. Dafür ist eine Erhöhung des Strandniveaus im Bereich der Holzbuhne-T zu verzeichnen, die fast völlig im Sand verschwunden ist. Zusammen mit Mitarbeitern der Deutschen Bahn bzw. der Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge sowie der Freiwilligen Feuerwehr Wangerooge hat der NLWKN erfolgreich die Schließung des Bahndeichschartes geübt. Bei zu erwartenden Wasserständen von mehr als zwei Metern über Normalhöhennull sind sechs Einsatzkräfte nötig, um das Deichschart zu schließen und wieder zu öffnen. Ein entsprechender Vertrag zwischen DB/SIW, der Gemeinde und dem NLWKN wurde geschlossen.

Mit der Baumaßnahme am Deckwerk im Inselwesten wird es nach der Insolvenz der vorherigen Baufirma und Umstrukturierungen in der Leitungs- und Zuständigkeitsebene der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung (WSV) nächstes Jahr zu keinen Baumaßnahmen am Deckwerk kommen. Die Restabwicklung der Insolvenz der Baufirma und der Erwerb der 100000 Tonnen Wasserbausteine, die schon auf der Insel lagern, ist abgeschlossen. Die europaweite Ausschreibung wird im Februar/März 2019 erfolgen. Mit dem Baubeginn kann allerdings frühestens zum 15. April 2020 gerechnet werden. Die Bauzeit beträgt weitere drei Jahre, sodass mit einer Fertigstellung erst Ende 2022 zu rechnen ist, das gaben Frank Hartwigsen von der Generaldirektion der Wasserstrassen- und Schifffahrt des WSV (GDWS) in Aurich und Torsten Stengel, kommissarischer Leiter des WSA Wilhelmshaven, im Pressegespräch bekannt. Bei der Ausschreibung und Umsetzung der Baumaßnahme werden die Interessen der Heime im Westen der Insel berücksichtigt, sagte Frank Hartwigsen. Ferner soll die Bevölkerung vor der Baumaßnahme informiert werden.

Damit wird N-Ports mit dem Umbau des Anlegers im Westen der Insel zu einem funktionierenden Hafen nicht vor 2023 beginnen können. 'Wir werden versuchen, die Interessen der Inselgemeinde durchzusetzen, um durch diese Bauverzögerung gegebenenfalls doch noch ein Roll-on/Roll-off-System realisieren zu können', erklärte Inselbürgermeister Marcel Fangohr. Bislang hatte die DB/SIW auf den Erhalt der Schiffe und des Anlegesystems bestanden.

Bei den Stürmen der vergangenen Wochen war es trotz des geringfügig erhöhten Wasserstandes zu Überspülungen des Westkopfes im Bereich des Betriebshofes der WSV gekommen. Vermutet wird von den Experten, dass die schon wegen der anstehenden Baumaßnahme beseitigten Wellenbrecher auf diesem Deckwerksabschnitt, diese Überspülung ermöglicht haben. Deshalb wird die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung am Westkopf und im Bereich des Deckwerks unterhalb des neuen Leuchtturmes in den nächsten Wochen den Zustand des Deckwerks wieder herstellen.