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EHRENAMT Bürgerverein Wangerooge: In 60 Jahren so einiges auf die Beine gestellt

WANGEROOGE - Sie haben Spenden für das Walskelett gesammelt, ebenso für den Alten Leuchtturm. Sie haben Ausstellungen und Diskussionsrunden organisiert und sämtliche Projekte unterstützt: Es ist schon bemerkenswert, was der Bürgerverein auf Wangerooge in den vergangenen Jahren so alles auf die Beine gestellt hat – und all das ist lange nicht selbstverständlich. Die Arbeit ist ehrenamtlich, und nicht immer war klar, ob der Verein überhaupt noch weiter bestehen würde.

Am 10. April 1959 ist der Bürgerverein auf der Insel gegründet worden. Johann Janssen und Hans-Jürgen Jürgens hatten im damaligen Zentralhotel zu einer Veranstaltung aufgerufen, wie aus einer Festschrift des Bürgervereins anlässlich des 50. Geburtstages hervorgeht.

Die Hauptaufgabe des Vereins sahen die Gründungsmitglieder damals darin, die 'Anliegen der Bürger und Maßnahmen der Gemeindeverwaltung aufeinander abzustimmen, zum Wohle der Bürger der Insel.'

Dass das nicht immer leicht war, weiß Ernst Schöppe, der selbst 2003 in den Verein eintrat. Denn nicht immer fand sich jemand, der den Vorsitz übernimmt. 'Viele Jahre war Erich Rieger Vorsitzender. Als er sein Amt abgeben wollte, war er verzweifelt: Er fand einfach keinen Nachfolger', berichtet Schöppe im Gespräch dem Wochenblatt.

Fast sei der Verein damals zugrunde gegangen, dann erklärte sich aber Christiane Heinrich bereit, das Amt zu übernehmen. 'Das war wirklich ein Glücksfall', sagt Schöppe. 'Es war toll, dass sie sich bereit erklärt hat.' Und noch dazu habe sie den Verein sehr engagiert und mit viel Kreativität geleitet.

Doch auch Christiane Heinrich bemerkte schnell: Es ist immer wieder ein Auf und Ab im Verein. 'Fanden sich engagierte Bürger, blühte der Verein auf. Fand sich niemand, ging es mit dem Verein bergab', berichtete sie damals.

Wenn Schöppe, der übrigens 2013 selbst den Vorsitz übernahm, sich zurück erinnert, dann kann er auf viele tolle Aktionen blicken: 2010 zum Beispiel hat der Verein eine Spende über 10000 Euro für den Anstrich des Alten Leuchtturms übergeben können. Auch auf eine Ausstellung zu '125 Jahre eigenständige Gemeinde' blickt Schöppe gerne zurück. 'Damals haben wir den ersten Sekretär des ersten Bürgermeisters abfotografiert und in Echtgröße abziehen lassen.' Das war ein Hingucker. Aber auch andere Ausstellungsstücke wurden in mühevoller Arbeit zusammengesucht.

Es gab eine Fotoausstellung, bei der die Besucher über das schönste Bild abstimmen konnte, eine Ausstellung zum Westturm-Jubiläum, es fanden – und finden immer noch – Führungen auf der Insel statt, Dorfreinigungen – und auch politisch hat sich der Verein eingebracht. Erst im vergangenen Jahr hat der Verein eine Elefantenrunde zur Bürgermeisterwahl organisiert. Und was Schöppe besonders berührt hat: Zum ersten Mal tauchte der Verein jetzt sogar in einem Nachlasswunsch auf.

Aus gesundheitlichen Gründen hat Schöppe erst Anfang dieses Jahres sein Amt als Vorsitzender abgegeben, auch seine Frau Antke Schöppe-Siemens hat ihre Arbeit im Vorstand beendet. Und wieder war es nicht leicht, einen Nachfolger zu finden.

Bereit erklärt hat sich dann aber Bernd Stramm. 'Ich hätte es einfach viel zu schade gefunden, wenn der Bürgerverein kaputt gegangen wäre', sagt er. Allein im vergangenen Jahr habe der Verein 20000 Euro für verschiedene Projekte gespendet: für die Jugendfeuerwehr, das Seehundmobil, die Seenotretter und einiges mehr. 'Wenn das einfach so wegbrechen würde...'

Doch leider steht auch der Bürgerverein Wangerooge vor dem Problem, vor dem so viele Vereine derzeit stehen: Es fehlt der Nachwuchs. Um zu zeigen, dass der Bürgerverein nicht nur etwas für ältere Menschen ist, soll nun mehr auf das Internet gesetzt werden, sagt Stramm: Bei Facebook soll mehr Werbung für Veranstaltungen gemacht werden, eine Internetseite soll auch entstehen.

Darüber hinaus finden die Bürgerrunden jetzt zu einem festen Thema statt. 'Früher gab es mehrere Tagesordnungspunkte. Da kamen nicht ganz so viele Bürger dazu', berichtet Stramm.

Er hofft zumindest sehr, dass der Verein auf diese Weise noch viele weitere Jahre bestehen kann. Denn schließlich hat sich in den vergangenen 60 Jahren gezeigt: Mit dem Engagement der Bürger kann wirklich vieles auf die Beine gestellt werden.

Das Programm am Samstag:

Zu einem Fest zum 60. Geburtstag des Bürgervereins Wangerooge rund um den Alten Leuchtturm sind alle am Samstag, 31. August, ab 12 Uhr eingeladen.

Es gibt eineKinderhüpfburg, ein Karussell, ein buntes Musikprogramm und Vorführungen von Wangerooger Gruppen, es gibt Kaffee, Kuchen, Bratwurst und Getränke – und der Bürgerverein wird sich und seine Arbeit gerne vorstellen.

Der Reinerlös der Veranstaltung kommt der Renovierung des Alten Leuchtturm zugute.

Die nächste Bürgerrunde des Vereins findet am Montag, 2. September, um 20 Uhr in der Strandlust statt. Kerstin Hillen von der Schifffahrt und Inselbahn Wangerooge ist dabei und beantwortet Fragen.

Antje Brüggerhoff
Antje Brüggerhoff Lokalredaktion, Jeversches Wochenblatt
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