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NWZonline.de Region Friesland Gemeinden Wangerooge

Als die Pottwale an unseren Küsten starben

16.10.2017

Wangerooge Das Pottwalskelett auf der Insel Wangerooge hat die ersten Herbststürme gut überstanden. „Das Exponat steht stabil und sicher trotz der starken Winde“, sagte Silke Schmidt vom Nationalparkhaus Wangerooge. Dort wurde das Knochengerüst im April auf dem Außengelände aufgebaut. Das Interesse am Schicksal des 2016 am Wangerooger Strand verendeten Tieres sei riesig. „Die Besucher wollen wissen, wie groß und schwer der Wal war und wo sich seine Organe befanden“, sagte die Leiterin der Einrichtung.

Der Pottwal gehörte zu einer Gruppe von 30 jungen Tieren, die Anfang 2016 an der Nordseeküste gestrandet und verendet war. Zwei Kadaver blieben am Wangerooger Strand zurück. Nach mehreren Tagen drohten die massigen Körper durch die Verwesungsgase zu explodieren. Spezialisten zerlegten die Kadaver schließlich im Containerhafen Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven.

Der niederländische Tierpräparator Aart Walen und sein Team brachten einen Kadaver später in ihre Werkstatt und reinigten ihn fast ein Jahr von Überresten. Danach wurden die Knochen wie bei einem überdimensionalen Puzzle für den Wiederaufbau vorbereitet und im April auf die Insel zurückgebracht. Anschließend musste das elf Meter große Skelett nach einer Imprägnierung mit Harz und einem UV-Anstrich noch zwei Monate durchtrocknen.

„Besucher und vor allem Kinder sind sehr beeindruckt von der Größe des Skeletts“, sagte Schmidt. Derzeit werden Hinweistafeln mit zusätzlichen Informationen vorbereitet. Viele Fragen drehten sich besonders um die Todesursache, die sich aber nicht mehr genau bestimmen lasse. Experten sehen den Grund in einer Summe von Faktoren wie Herz- und Kreislaufversagen.

Die Tiere folgten damals ihrer Beute, die von Stürmen aus dem Atlantik in die Nordsee getrieben wurden. Dort sind die Pottwale in flache Gewässer geraten und gestrandet. Dabei wurden ihre Organe vom eigenen Gewicht zusammengedrückt. In den Mägen fand sich auch unverdaulicher Müll wie verknäuelte Fischernetze und Plastikschrott. Wangerooges Bürgermeister Dirk Lindner (parteilos) sieht in dem Müllproblem auf den Meeren auch eine Bedrohung für andere Meerestiere wie die heimischen Schweinswale.

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