Wardenburg - 1925 erbaut, in den 50er Jahren als Kneipe genutzt, sogar ein Wardenburger Graf soll mal drin gewohnt haben: Der Bericht der Nordwest-Zeitung über die Wardenburger Iburg, der vergangene Woche erschienen ist, brachte einige Geschichten und Anekdoten über das Bauwerk ans Licht. Aber in den 70er Jahren endeten praktisch die Recherchen – und jetzt meldeten sich Angehörige zu Wort.
Renovierung war nötig
Angehörige, deren Onkel in der Iburg gelebt hat – mehr als 30 Jahre. 1973 zog Heinrich Kreymborg mit seiner Frau Dorothea in das Gebäude. Bis zu seinem Tod im Jahr 2005 hatte er dort gelebt. „Sie haben ihren Traum gelebt“, sagt die Nichte Liesel Kreymborg. Als nahestehende Verwandte hat sie einiges über das Leben in der Iburg zu erzählen. Sie weiß zum Beispiel, wie es dazu kam, dass ihr Onkel das Bauwerk gekauft hat.
Gebaut wurde die Iburg, wie berichtet, unter anderem unter Kohlenhändler Ludwig Wellhausen. Und mit der Familie Wellhausen, genau genommen mit den Kindern, war Heinrich Kreymborg befreundet. Er hatte sogar später für das Unternehmen der Familie Kohlen ausgefahren. Seit seiner Kindheit kannte Heinrich Kreymborg die Iburg – und erfüllte sich im Jahr 1973 mit dem Kauf des Gebäudes einen Traum. Zu dem Zeitpunkt arbeitete er noch als Elektriker auf der Insel Wangerooge. Für ihn aber kein Hindernis: Jedes Wochenende fuhr er nach Wardenburg, um die Iburg auf Vordermann zu bringen.
Zuvor war die Burg nämlich als Kneipe genutzt worden, erinnert sich Liesel Kreymborg. „Sie war in einem schlechten Zustand.“ Im Laufe der Jahre kam unter anderem ein Anbau dazu.
Anfang der 80er Jahre ging Heinrich Kreymborg in Rente und konnte von nun an sein Leben mit seiner Frau im hochgebauten Eigenheim genießen. „Sie liebten den Garten“, sagt Liesel Kreymborg. In dem befindet sich ein See, an dem ihr Onkel stets gesessen und geangelt hat. Im Winter habe er sogar mal versucht, auf dem gefrorenen See Schlittschuh zu laufen.
An Details kann sich die Nichte heute nicht mehr erinnern – aber vermutlich hatte sich ihr Onkel bei dem Versuch das Bein oder den Arm gebrochen.
Garten unter Wasser
Dass die Burg von der einen Seite vom See und auf der anderen Seite von der Hunte und somit rundum von Wasser umgeben ist, machte sich 1987 bemerkbar. Als nach starken Regenfällen die Hunte angestiegen ist, standen Küche und Garten unter Wasser.
Um überhaupt in die Küche zu kommen, mussten die Bewohner eine steile Treppe hinabsteigen. Im Alter eine Herausforderung – für Dorothea und Heinrich Kreymborg aber kein Grund, ihre geliebte Iburg zu verlassen. Beide lebten jeweils bis zu ihrem 91. Lebensjahr in ihrem einzigartigen Eigenheim.
