Wardenburg - Der eine stimmte zu trotz „wesentlicher Bedenken“, der andere lehnte ab „ohne Bauchschmerzen“. Am Ende aber stand im Ausschuss für Planung und Entwicklung der Gemeinde Wardenburg eine grundsätzlich positive Beschlussempfehlung in Sachen Baugebiet südlich der Diedrich-Dannemann-Straße in Hundsmühlen: Mit breiter Mehrheit wurde empfohlen, mit dem in der Sitzung vorgestellten Vorentwurf für den Bebauungsplan Nr. 85 in die frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit und der Behörden zu gehen – insbesondere auch, um die Bürger einzubinden. Lediglich ein Passus zu Ausgleichmaßnahmen soll bis zur Sitzung des Verwaltungsausschusses abgeändert werden, da darin bereits eine konkrete Fläche im Tungelermoor aufgeführt wird – der Umweltausschuss hatte das Thema aber zuletzt vertagt und weitere Flächenprüfungen gewünscht.
Mit dem Bebauungsplan soll eine gut 8,5 Hektar große Fläche südlich der Diedrich-Dannemann-Straße als Wohngebiet entwickelt werden (die NWZ berichtete). Der Hauptbereich soll Einzel- und Doppelhäusern vorbehalten sein; entlang der Diedrich-Dannemann-Straße aber wäre nach dem Planvorentwurf auch zweigeschossige Bauweise bei maximal sechs Wohneinheiten und begrenzter Gebäudehöhe möglich.
Kritik entzündete sich im Ausschuss an einer Ausnahmeregelung, wonach im Einzelfall für besondere Wohnformen wie Wohngemeinschaften oder Pflegeeinrichtungen auch Abweichungen von den Vorgaben zu Grundstücksgröße und Wohnungszahl möglich sein sollen. Das schmeckte Armin Köpke (CDU) nicht: Er forderte genauere Definitionen der Ausnahmen, sonst öffne man „Großbauten Tür und Tor“. Unterstützung kam von Wolfgang Depken (Grüne), der forderte, die Ausnahmen „erheblich zu konkretisieren“. Aus anderem Grund „enttäuscht“ war Fraktionskollege Johannes Hiltner: Er hätte sich Anregungen etwa zu Null-Emissionshäusern als „Fingerzeig“ gewünscht. Noch weiter ging Eckhard Hildebrandt (FWG), der „keine sinnvolle städtebauliche Entwicklung“ sah und den Vorentwurf ablehnte.
Zudem verwies die CDU auf die ungelöste Frage der Kompensationsmaßnahmen. Köpkes zwischenzeitliche Überlegung aber, die frühzeitige Beteiligung angesichts der Bedenken zunächst noch zurückzustellen, bis ein „vollständiger“ Entwurf vorgelegt werden könne, konterte Detlef Sonnenberg (SPD): „Das Wichtige ist, dass wir die Bürger frühzeitig beteiligen. Und je eher wir das machen, umso besser.“ Auch Planerin Franziska Lüders (pk Plankontor) stellte klar, man müsse nicht mit einem „bis in den letzten Punkt geklärten Vorentwurf“ in die frühzeitige Beteiligung gehen.
Aus der Ausschussrunde heraus wurden dabei auch Gespräche mit dem Ortsverein befürwortet, um dessen Vorstellungen zu dem Thema aufzunehmen.
