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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Gemeinden Wardenburg

Mit Rainer und Paula nach Worpswede

24.11.2008

HUNDSMüHLEN Man muss keinen Text von Rainer Maria Rilke, kein Bild von Paula Modersohn-Becker kennen um einen Abend mit „Paula + Rainer“ zu genießen. Vielleicht schadet es sogar, wenn man zu viel über die beiden Hauptfiguren weiß. Am Freitagabend ließen die Bremer Schauspieler Martin Heckmann und Gabriele Süper den Lyriker und die Malerin in der Hundsmühler Matthäus-Kirche im Rahmen des Wardenburger Kulturprogramms auferstehen.

Drei einfache Stehpulte und ein Stapel Papier sind die einzigen Requisiten für die knapp zweistündige szenische Lesung aus dem Briefwechsel zwischen Paula Modersohn-Becker und Rainer Maria Rilke.

Eins der Pulte wird gemeinsam genutzt, für Erklärungen und Erläuterungen zur Geschichte der beiden. Die beiden anderen sind für Paula und Rainer reserviert: An diesen Pulten lesen Heckmann und Süper aus den Briefen und versetzen ihre Zuhörer in das Arbeitszimmer Rilkes in Worpswede oder in das Atelier von Paula Modersohn-Becker in Paris.

Wenn die beiden Schauspieler, den Blick über das Publikum hinweg gerichtet, diese sehr persönlichen Texte wiedergeben, meint man fast, dem Mann und der Frau beim Schreiben über die Schulter zu sehen und ihre Gedanken zu hören.

Immer wieder geht man mit beiden an der Grenzlinie zwischen tiefer Freundschaft und enttäuschter Liebe entlang, fühlt Zuneigung und Verletzbarkeit. Mal scheint Paula ihren Freund um Zustimmung für ihre Liebe zu Otto Modersohn anzuflehen, im Bewusstsein, dass sie ihn damit verletzt. Dann reagiert sie voll Eifersucht auf seine Hochzeit mit Clara Westhoff. Ob die Briefe wirklich so gemeint waren, wie sie hier erscheinen, ist dabei eigentlich nebensächlich. „Letztlich sind Rilke und Modersohn-Becker nur die Aufhänger“, erklärt Martin Heckmann. „Der Mensch muss zu erkennen sein. Der Mensch der die gleichen Gefühle hat, die uns heute auch noch beschäftigen.“

Das Publikum in der leider nur spärlich besetzten Matthäus-Kirche hat diese Menschen erkannt, das machten der Applaus und der persönliche Dank an die Schauspieler deutlich. Und die revanchierten sich: „Man hätte eine Stecknadel fallen hören“, dankte Heckmann den Zuhörern. Dass sei auch wichtig: „Die Zuschauer gestalten die Atmosphäre mit.“

Christian Quapp Redakteur / Redaktion Bad Zwischenahn
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