WARDENBURG - Die Auswirkungen des Konsums so genannter „Killerspiele“ auf Kinder und Jugendliche waren das kürzlich das Thema einer Gesprächsrunde der Jungen Liberalen Oldenburg Land im Wardenburger Jugendzentrum. In der Vergangenheit waren entsprechende Spiele immer wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit geraten und als Grund und Auslöser für Gewalt und Aggressionen angeführt worden.

Als Referenten luden die Julis Sebastian Nitsch vom FDP-Ortsverband Ganderkesee ein. Nitsch, der als Polizist in Wildeshausen tätig ist, stellte die aktuelle Rechtslage im Bezug auf gewalthaltige Spiele dar und führte in seinem Vortrag diverse Beispiele für jugendbeeinträchtigende Inhalte in Computerspielen an. Aus dem Vortrag und der anschließenden Diskussion ergaben sich für die Julis folgende Erkenntnisse: Es gibt derzeit noch keine klare Definition. Der Begriff „Killerspiele“ ist vielmehr Synonym für den gesamten Spielebereich geworden und schließt durch eine solche Betrachtung auch Spiele ein, die nicht in den Gewalt verherrlichenden Bereich fallen. Dieser Gewalt verherrlichende Bereich sei ohnehin bereits durch das Strafgesetzbuch abgedeckt und bedürfe keiner weiteren Ausweitung, meinen die Jungliberalen. Einen Randbereich stelle lediglich das Internet dar, da dort der Jugendschutz durch Freeware-Versionen und ausländische Anbietern leichter unterlaufen werden könne.

Die Gefahr von Killerspielen ist, dass sich die Spieler extrem in die Rolle der Spielfiguren hinein versetzen können und sich unter Umständen sogar von ihrem sozialen Umfeld distanzieren. Allerdings sind diese Spielertypen eher die Ausnahme, waren die Gesprächsteilnehmer sich einig.

Insgesamt würde ein komplettes Verbot der Killerspiele nach Meinung der Julis einen zu großen Einschnitt in die Privatsphäre der Spieler bedeuten und auch zur Prävention nicht entscheidend beitragen. „Spieler würden sich die Spiele einfach im Ausland bestellen oder im Internet besorgen. Man würde mit einem Verbot somit also eher die letzten Einflussmöglichkeiten aufgeben“, stellt Dirk Romey, Pressesprecher der Julis Oldenburg-Land, klar. „Die Prävention ist zudem nicht alleinige Aufgabe des Staates. Jeder sollte seinen Teil beitragen.“ Der erste Beitrag fängt hierbei nach Auffassung der Julis schon zu Hause an, wo Jugendlichen klare Grenzen und Werte z.B. durch Zeitbeschränkungen und die Auswahl der Spiele beigebracht werden sollten. „Die Eltern dürfen in dem Bereich nicht das Gefühl haben, machtlos daneben zu stehen“, so Sebastian Neumann, Vorsitzender der Julis in Oldenburg-Land. So seien vor allem die Eltern und Geschwister in der Prävention gefordert.

Aber auch die Julis wollen versuchen, ihren Teil beizutragen. So sind im Landkreis Aktionsveranstaltungen im Bereich der Jugendgewalt geplant, um Lösungsansätze zu erarbeiten und umzusetzen. Mehr Informationen hierzu werden auf der Internetseite der Julis (www.julis-oldenburg-land.de) veröffentlicht.