WARDENBURG - Die Kommunalwahl am 11. September rückt immer näher. Wem das in Wardenburg bislang wegen des ausgesprochen ruhigen „Wahlkampfs“ noch gar nicht aufgefallen war, dem dürfte als Zuhörer bei der letzten Arbeitssitzung des alten Gemeinderats ein Licht aufgegangen sein. Allein 35 Minuten lang debattierten die Fraktionen vor etwa 40 Zuhörern leidenschaftlich darüber, wie die Tagesordnung auszusehen habe.

Die geplante Biogasanlage in Oberlethe war mangels Beschlussvorlage fürs erste aus dem Spiel. Um eine Anlage in Westerburg wurde dagegen lange mit den sattsam bekannten Argumenten gerungen. Nach mehrstündigem Aufeinanderprallen der Meinungen steht folgendes fest: Die Mehrheit (18 Ratsherren aus SPD, CDU, FDP und FWG) spricht sich dagegen aus, dass die Gemeinde ihr Einvernehmen gegenüber der Kreisverwaltung als Genehmigungsbehörde zu dem Bauvorhaben eines Landwirts gibt. Als Grund angeführt werden von den Gegnern die nicht gesicherte Erschließung (Straßen ohne ausreichende Tragkraft), das Beeinträchtigen des Landschaftsbildes sowie die möglichen negativen Auswirkungen auf die Wasser- und Luftqualität.

Ein zusätzlicher Hilfsantrag, den CDU-Ratsherr Armin Köpke in den Verwaltungsausschuss eingebracht hatte und der auf den in Arbeit befindlichen Flächennutzungsplan zum Thema Biogas verweist, gibt dem Rat sogar die Möglichkeit einer einjährigen Veränderungssperre. Mehrheitlich unterstützt wurde auch der Antrag Eckhard Heinjes (CDU), dass der Gemeinderat künftig bei geplanten Erweiterungen durch Satellitenanlagen ein Mitspracherecht erhält.

FDP-Bürgermeisterkandidat Frank Freese und der scheidende SPD-Fraktionsvorsitzende Heinz Brigant bezeichneten die alternative Energiegewinnung als volkswirtschaftlich nicht vertretbar. Bürgermeisterin Martina Noske warnte dagegen vor einem „pauschalen Abklatschen“ einer ganzen Berufsgruppe. Wie auch CDU-Ratsherr Jan-Bernd Lienemann verwies sie darauf, dass viele Straßen schon weit vor dem Boom der Biogasanlagen sanierungsbedürftig geworden seien.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten