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NWZonline.de Region

Wardenburger Firmenerfolg bettet sich auf drei Säulen

02.10.2013

Wardenburg /Oldenburg Wer den Eingangsbereich der Firma Sandomir in Wardenburg an der Oldenburger Stadtgrenze betritt, taucht direkt in eine Welt voller Farben und Stoffe ein. Kissen mit maritimen, blauen Motiven auf der einen, ein alter Stuhl mit neuer dunkelroter Polsterung auf der anderen Seite sowie zahlreiche Heimtextilien zeigen, wofür das Unternehmen steht: Vielfalt. „Alles rund ums Bett“ prangt zwar unter dem Firmenlogo, doch Sandomir hat sich seit der Gründung 1962 längst auch in anderen Bereichen gut positioniert.

„Unsere drei Säulen sind Produktion, Großhandel und Vertretung“, sagt Thomas Dittrich, der gemeinsam mit seiner Frau Silke Sandomir-Dittrich das Geschäft leitet. Vor 51 Jahren hatte Silkes Vater Hinrich die Firma gegründet – zunächst als Handelsvertretung. Ab 1976 wurde dann mit dem Hallen- und Büroneubau in Wardenburg die eigene Fertigung gestartet. 1996 übernahmen die heutigen Inhaber die Geschäftsführung.

Kooperation mit niederländischemUnternehmen

Seit rund einem Jahr baut Sandomir auf eine Kooperation im Bereich „Boxspringbetten“ mit dem niederländischen Unternehmen Avek, das seit 1927 Qualitätsbetten herstellt.

Das Unternehmen aus Wardenburg übernimmt für die Niederländer Teile des Vertriebes in Deutschland. „Die Zusammenarbeit hat Zukunft“, betont Geschäftsführer Thomas Dittrich.

Das Boxspringbett ist ein Schlafsystem, bei dem ein gefedertes Untergestell mit einer bequemen Matratze die Basis bildet. Der Matratzenkern besteht aus fünf Komfortzonen, so dass jeder Teil des Körpers optimal unterstützt wird.

Auf dem Boxspring liegt eine Matratze und – je nach Aufbauvariante – noch ein zusätzlicher Matratzentopper aus hochelastischem Kaltschaum auf. Besonders populär sind Boxspringbetten in den USA und Kanada. „Die Lagen bilden ein sehr komfortables Bett“, sagt Thomas Dittrich.

Der Objektbereich, sagt Thomas Dittrich, sei die Keimzelle des Unternehmens. Sandomir beliefert Werften und Schiffsausrüster, Krankenhäuser und Reha-Kliniken, Jugendherbergen, Hotels oder Feuerwehrschulen mit Sondergrößen und Spezialfertigungen. „Wenn die großen Jachten ablegen, schlafen weltweit Leute auf unseren Stoffen. Die Kunden haben individuelle Wünsche, die wir zeitnah erfüllen. Wir produzieren unterschiedliche Matratzenbezüge, Kissenhüllen oder Sitzkissen“, berichtet Sandomir-Dittrich. 300 bis 400 Bezüge könne man täglich fertigen.

20 Mitarbeiter hat die Firma. Mit Näh- und Kettelmaschinen werden die Stoffe von den Näherinnen bearbeitet und zugeschnitten. In der Produktion habe die eigene Polsterei in den vergangenen zehn Jahren einen immer größeren Anteil eingenommen, sagt Sandomir-Dittrich: „Wir haben zwei ausgebildete Polsterer. Antike Stühle oder Sitzmöbel für die Gastronomie werden hier verarbeitet.“ Das Segment habe viel Potenzial und werde wichtiger werden.

Im Großhandel arbeitet die Firma mit namhaften Herstellern im Bereich Bettwaren und Heimtextilien zusammen. „Kommen kurzfristige Anfragen aus der Schifffahrt, können wir dank unserer Lagerkapazitäten und eigenem Fuhrpark innerhalb weniger Tage liefern“, sagt Thomas Dittrich.

Seit fast 40 Jahren hat die Firma zudem die Handelsvertretung der Firma Frankenstolz für Norddeutschland übernommen. Frankenstolz ist einer der größten Hersteller von Bettwaren europaweit.

In Zukunft müsse man sich darauf einstellen, erklärt Silke Sandomir-Dittrich, dass „das Bewusstsein für Qualität immer mehr steigen wird“. Auch die alternde Bevölkerung spielt dabei eine entscheidende Rolle. „Im Alter gönnt man sich halt eher eine besonders angefertigte Matratze“, erklärt die Geschäftsführerin.

Doch nicht nur mit Kissen, Matratzen oder Heimtextilien ist das Unternehmen auf dem Markt. Für Kindertagesstätten und Krippen stellen die Wardenburger besondere Produkte her. „Ob Treppen, Quader oder Tunnel – wir fertigen Sondergrößen oder Wunschmaße für Spielpolster an“, sagt Thomas Dittrich. So habe man zuletzt erst einen größeren Auftrag für Spielelemente vom Oldenburger Turnerbund (OTB) bearbeitet. Auch Kuschelecken oder Großbausteine werden nach den Wünschen des Kunden angefertigt.

Vor allem dank der Spezialisierung im Objektgeschäft habe man sich auf dem Markt gut platziert, betonen die Inhaber, und „blicken damit zuversichtlich in die Zukunft“. Und das – so gibt Thomas Dittrich zu bedenken – obwohl das Berufsbild des Nähers oder Webers stark rückläufig ist. „Wir haben viele Stammkunden sowie regionale Vorteile, da wir leicht erreichbar sind und schnell liefern können“, erklärt der Geschäftsführer die Gründe für den Erfolg seines Unternehmens.