Santander - Die deutschen Segler haben die WM der olympischen Klassen vor Santander (Spanien) mit einer ernüchternden Bilanz beendet und stehen vor Strukturveränderungen. Zwar gewann die 49erFX-Crew Victoria Jurczok/Anika Lorenz (Berlin) am Sonntag ihr Medaillenrennen und landete in der Endabrechnung auf Platz fünf. Doch es blieb neben Rang vier von Lasersegler Philipp Buhl (Sonthofen) die einzige Spitzenplatzierung.
Präsident Andreas Lochbrunner vom Deutschen Segler-Verband (DSV) kündigte nach dem schwachen Abschneiden Konsequenzen an. „Als Spitzensportverband ist allein der Deutsche Segler-Verband für die Förderung unserer Spitzensegler zuständig“, sagte Lochbrunner: „Diese Verantwortung müssen wir wieder zu hundert Prozent wahrnehmen und können sie nicht, wie in der Vergangenheit, delegieren.“
Die doppelgleisige Förderung mit dem DSV und dem Sailing Team Germany (STG) hat in der bestehenden Struktur wohl keine Zukunft mehr. „Da wird, oft auch ungewollt, mehr gegen- als miteinander gearbeitet. Das muss ein Ende haben“, sagte Lochbrunner.
Der DSV hatte sich vor dem Beginn der WM vor Santander vorgenommen, sieben Nationenplätze für die Olympischen Spiele 2016 in Rio de Janeiro zu sichern sowie zwei WM-Medaillen zu gewinnen. In der Endabrechnung buchten die deutschen Athleten jedoch lediglich drei Nationenplätze in den Klassen 49FX, Laser und RS:X-Surfen.
