GELSENKIRCHEN - Die Schalker taten sich in der ersten Hälfte schwer. Emil Angelow brachte die Gäste sogar in Führung.

Von Ulli Brünger

GELSENKIRCHEN - Trotz einer über weite Strecken mäßigen Leistung hat Schalke 04 das Halbfinale des Uefa-Pokals erreicht und ist neun Jahre nach seinem letzten internationalen Triumph dem erneuten Titelgewinn ein großes Stück näher gekommen. Der Bundesliga-Vierte kam zwar im Viertelfinal-Rückspiel gestern Abend gegen Lewski Sofia nur zu einem enttäuschenden 1:1 (0:1), zog aber dank des 3:1-Erfolgs im Hinspiel in die Runde der letzten Vier ein.

Für die Gelsenkirchener, die zuletzt bei ihrem Uefa-Pokalgewinn 1997 in einem europäischen Halbfinale standen, hatte vor 52 000 Zuschauern in der Arena Lincoln (58.) mit seinem sechsten Europapokaltor die Führung der Gäste durch Emil Angelow (24.) ausgeglichen. Im Halbfinale (20. und 27. April) wartet auf die Schalker im spanischen Club FC Sevilla ein anderes Kaliber als Sofia.

Trainer Mirko Slomka war trotz des größten Erfolgs seiner Trainerkarriere nicht zufrieden. „Das es so verkrampft lief, hätte ich nicht gedacht“, sagte der 38-Jährige. „Aber wir sind weiter und nur das zählt.“ Und Gerald Asamoah bekannte: „Wir waren ein bisschen überheblich, weil wir wussten, dass wir weiter sind.“

Allen Warnungen zum Trotz ließen die Schalker angesichts des klaren Hinspielsieges zunächst jegliche Aggressivität vermissen, agierten pomadig und ohne Drang nach vorne. Zwei Kopfbälle von Kevin Kuranyi (14.) und Sören Larsen (15.) waren halbherzige Versuche, den Gästen mit einem schnellen Tor den Wind aus den Segeln zu nehmen. Vielmehr nutzen die Bulgaren die Aufbauhilfe: Waleri Domowchijski bediente den völlig frei stehenden Angelow mustergültig. Doch auch nach dem Rückstand blieb eine Trotzreaktion der Schalker aus. Zu Recht verabschiedeten die Schalker Fans ihr Team mit Pfiffen in die Halbzeitpause.

Mit einer deutlichen Ansprache in der Kabine versuchte Slomka seine indisponierte Mannschaft wachzurütteln. Und so drückte Schalke etwas mehr auf das Tempo, ohne dabei aber hundertprozentig zu überzeugen. Kuranyi (56.) scheiterte nach einem Steilpass von Lincoln zunächst noch am Gäste-Schlussmann Georgi Petkow. Aber nur zwei Minuten später machte es Lincoln besser: Nach einem weiten Einwurf hatten Larsen per Kopf und danach Kuranyi zum Brasilianer verlängert, der aus der Drehung das 1:1 markierte.