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Boris Herrmann will die Welt umsegeln – in Rekordzeit

17.11.2015

Oldenburg Boris Herrmann achtet in diesen Tagen in seiner Hamburger Wohnung genau auf die Wettervorhersage. Genauer gesagt dreht sich sein Leben um die Wettervorhersage. Denn von den Verhältnissen im Nordatlantik ist abhängig, wann der aus Oldenburg stammende Segler zu einem Großprojekt aufbricht. Als Teil eines sechsköpfigen Teams, darunter der französische Skipper Francis Joyon, will Herrmann die Erde so schnell umsegeln, wie es noch nie zuvor jemand geschafft hat. Die derzeit gültige Bestmarke steht bei 45 Tagen.

„Das Boot liegt in Frankreich bereit. Wenn die Wetterverhältnisse stimmen, kann das Team innerhalb eines Tages vor Ort sein, um zu starten“, erzählt Herrmann: „Es geht darum, dass wir für die ersten Tage, also für die Passage bis zum Äquator, möglichst gute Winde und wenig Wellen erwischen. Möglicherweise wird es am Wochenende soweit sein.“

Gesegelt wird mit dem rund 31 Meter langen Trimaran „Idec Sport“. Die Regeln bei dem Versuch, die sogenannte Jules Verne Trophy für die schnellste Erdumseglung zu gewinnen, sind recht einfach. Start und Ziel ist die gedachte Linie zwischen dem französischen Ouessant (eine kleine Insel vor der bretonischen Küste) und der Halbinsel The Lizard im Südwesten Englands. Für den weiteren Verlauf ist nur vorgegeben, dass die Südspitze Afrikas (Kap der Guten Hoffnung), das australische Kap Leeuwin sowie die Südspitze Südamerikas (Kap Hoorn) an Backbord (also links) liegen müssen, wenn diese Punkte passiert werden.

Die Segelroute

„Im Gegensatz zu anderen Rennen gibt es keine Regel, wie weit südlich man fahren darf“, sagt Herrmann. So liegt es im Ermessen des Skippers, wie dicht er sich der Eisgrenze um die Antarktis nähert. Aufgrund der Erdkrümmung wäre der Weg kürzer, wenn der Trimaran eine möglichst weit südlich liegende Route einschlägt. Doch das würde wegen des Eises Gefahren mit sich bringen. So gilt es, den richtigen Mittelweg zu finden. Insgesamt, so schätzt Herrmann, werden er und seine Kollegen rund 24 000 Seemeilen (etwa 44 500 Kilometer) zurücklegen. Gesegelt wird nonstop, also ohne irgendwo anzulegen.

Selbst Herrmann, der durch mehrere Erdumseglungen mit den Verhältnissen an Bord vertraut ist, nennt die vor ihm liegende Zeit „sehr hart“. „Wir werden nur jeweils zwei Stunden am Stück schlafen und dann für drei Stunden Wache haben“, erzählt der 34-Jährige, der seine Karriere beim Segelklub Bad Zwischenahn begann: „Das wird keine komfortable Kreuzfahrt.“ Die Ernährung besteht größtenteils aus gefriergetrockneten Trekking-Mahlzeiten, die mit entsalzenem Meerwasser zubereitet werden. Sollte es Zeit dafür geben, will sich Herrmann mit Hilfe des Smartphones, auf dem er etwas Musik und Bilder von Familie und Freundin gespeichert hat, ablenken.

Die Jules Verne Trophy (benannt nach dem Autor von „In 80 Tagen um die Welt“) ist im Besitz des Franzosen Loick Peyron. Der hatte im Jahr 2012 ebenfalls mit einem Trimaran die Erde in 45 Tagen, 13 Stunden und 42 Minuten umrundet. Der Skipper von Herrmann, Joyon, kann auch einen Rekord vorweisen. Er umsegelte die Erde im Jahr 2008 allein in 57 Tagen – keinem anderen Einhandsegler gelang dies bisher so schnell.

Finanziert wird das Projekt durch Sponsoren. Wie viel Geld dafür nötig ist, wird nicht offen kommuniziert, der Etat dürfte aber bei mehreren Millionen Euro liegen.

Parallel zu Herrmann und seinen Kollegen will auch der französische Skipper Yann Guichard die Jules Verne Trophy erringen. Er wird als Teil eines zwölfköpfigen Teams mit dem Trimaran „Spindrift 2“ ebenfalls in diesem Herbst starten.


Infos zum Rekordversuch:   www.idecsport-sailing.com 
Hauke Richters
Leitung
Sportredaktion
Tel:
0441 9988 2030

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