Mit dem Gewinn der Bronzemedaille haben die 49er-Segler Erik Heil und Thomas Plößel einen eindrucksvollen Schlusspunkt unter die Aufritte der deutschen Segler in Rio de Janeiro gesetzt. Es war zwar die einzige Medaille, die unsere Starter dort gewannen, viele Boote erreichten aber dennoch gute Platzierungen.
Meiner Meinung nach sind Heil und Plößel sehr gute Werbeträger für das Segeln. Sie haben Erfolg, sind richtig coole Typen, die sich stets sehr sportlich verhalten, und sie fahren in einer sehr attraktiven Klasse, den 49ern. Vielleicht wurde durch ihre starken Vorstellungen ja bei dem einen oder anderen die Lust auf das Segeln geweckt. Übrigens haben beide Verbindungen in den Nordwesten. Plößel wurde in Oldenburg geboren, zog aber noch im Kleinkindalter mit seinen Eltern fort. Inzwischen lebt er seit vielen Jahren in Kiel. Sein Partner Heil wohnt ebenfalls in Kiel, ist aber an der Uni Oldenburg im Studiengang „Betriebswirtschaftslehre für Leistungssportler“ eingeschrieben. Persönlich kenne ich die beiden noch gut aus der Zeit vor den Spielen 2012 in London, als sie im Training meine Sparringspartner waren.
Viel ist vor und während der Wettkämpfe über das Revier in Brasilien gesprochen worden. Mir fällt bei der Durchsicht der Ergebnisse in den verschiedenen Bootsklassen auf, dass viele Gesamtsieger relativ hohe Punktzahlen hatten. Das spricht dafür, dass auch die Spitzenleute sich nicht immer optimal auf die von Tag zu Tag sehr unterschiedlichen Bedingungen einstellen konnten.
Zur Erklärung: Der Sieger einer Wettfahrt erhält einen Punkt, die folgenden Teilnehmer jeweils einen Punkt mehr. Wenn nun nach den zehn Wettfahrten und dem Medaillenrennen eine recht hohe Gesamtpunktzahl dennoch zum Olympiasieg reicht, zeigt das, dass auch die sehr guten Segler nicht immer weit vorn platziert waren. Es kam also darauf an, nach einer relativ schwachen Platzierung die Nerven zu bewahren und in der nächsten Regatta wieder anzugreifen.
Etwas enttäuschend war das Abschneiden von Philipp Buhl im Laser. Er galt durchaus als Medaillenkandidat, am Ende kam er nur auf Platz 14. Er wird sich selbst am meisten darüber ärgern. Rio und Philipp – das passte irgendwie nicht zusammen. Da die Leistungen unserer Segler aber insgesamt sehr ansprechend waren, glaube ich, dass bei den nächsten Spielen in Tokio sogar zwei Medaillen herausspringen werden.
