Herbst- und Winterzeit ist Erkältungszeit. Erkältungen haben zudem die Angewohnheit, dann zu kommen, wenn man sie am wenigstens zu brauchen glaubt: Wenn ein wichtiges Projekt zu Ende gebracht werden muss, eine Entscheidung ansteht oder andere Gründe für Stress sorgen. Und natürlich beeinträchtigen Kopf- und Gliederschmerzen, Schniefnase und Husten die Aufmerksamkeit. Der Wunsch nach einem Wundermittel, das die Krankheitserreger schnell vernichtet, ist verständlich. Der Gedanke an ein Antibiotikum, das genau das vermeintlich verspricht, ist deshalb verlockend. Nur funktioniert das in aller Regel nicht.
Mehr als 80 Prozent aller Erkältungen werden durch Viren verursacht. Antibiotika wirken aber nur gegen Bakterien. Über drei Wege:1. Sie können die Zellwände von Bakterien zerstören.2. Sie greifen die Eiweißproduktion der Bakterien an.3. Sie blockieren die Teilung und damit Fortpflanzung von Bakterien.
Viren sind keine eigenständigen Lebewesen. Sie benötigen andere Lebewesen, um ihr Leben zu sichern. Diese Zellen anderer Lebewesen sind sogenannte Wirtszellen. Viren verfügen über keine eigenen Zellwände und für die Bildung von Eiweißen benötigen sie die Eiweißbildung der Wirtszellen.
Problematisch ist zudem, dass wir in unserem Darm mehrere Billionen Bakterien haben, die wir brauchen. Die sogar wichtig für unser Immunsystem sind. Schließlich befinden sich 70 bis 80 Prozent unseres Immunsystems in unserem Darm. Die Bakterien in unserem Darm werden durch Antibiotika aber bedroht. In der Konsequenz kann es sein, dass eine Behandlung mit einem Antibiotikum unsere Immunabwehr schwächer macht.
Selbst Menschen, die eine Erkältung haben, die durch Bakterien verursacht ist, benötigen meist kein Antibiotikum. Ein starkes Immunsystem kommt mit den unerbetenen Eindringlingen klar.
Stärken Sie also Ihre Immunabwehr. Einmal mehr heißt das, essen Sie viel Gemüse. Jeden Tag mehrmals. Superfood auch für Ihre Immunabwehr ist Brokkoli, der regelmäßig auf Ihrem Speiseplan stehen sollte. Ebenso Kurkuma, mit dem Sie viele Speisen würzen können. Auch Ingwer stärkt Ihre Abwehrkräfte. Ihm wird sogar eine antibiotische Wirkung zugeschrieben. In diesem Fall aber ohne negative Begleiterscheinungen. Sie können ihn jeden Tag als Tee trinken.
Kaufen Sie sich frische Knollen, von denen Sie ein paar Scheiben abschneiden. Die füllen Sie in Ihre Teekanne und schütten heißes Wasser darüber. Weil Ingwer eine gewisse Schärfe hat, ist es sinnvoll, Ihren Ingwertee mit einer Scheibe Zitrone zu versetzen. Das gibt auch noch einen Schuss Vitamin C. Dass Sie das Getränk nicht zuckern, versteht sich von selbst. Zur Stärkung des Immunsystems haben sich auch Zink, Vitamin C sowie Vitamin D bewährt.
Noch ein Gedanke: Manch eine Erkältung kommt gar nicht zur falschen Zeit, sondern genau zur richtigen. Vielleicht sind dicker Hals und volle Nase ein Indiz dafür, dass Sie Ihrem Körper gerade zu viel zumuten.
