BAD WöRISHOFEN - Die richtigen Griffe und Techniken kann man in Kursen lernen. Volkshochschulen und Wellness-Einrichtungen bieten sie an.
Von Eva Neumann
BAD WÖRISHOFEN - Erst werden die Füße systematisch geknetet, gestrichen und geklopft. Dann arbeiten sich die Hände langsam an den Beinen entlang in Richtung Herz. „Unter den Wellness-Anwendungen stehen Massagen ganz oben“, beobachtet Joachim Rauch, Direktor der Sebastian-Kneipp-Schule in Bad Wörishofen. Kein Wunder: Schließlich dient die Massage der körperlichen Entspannung und hilft bei der Stressbewältigung – eine Wohltat für Körper und Seele.Nicht nur Physiotherapeuten und gelernte Masseure, auch Laien können Partnern, Verwandten oder guten Freunden so eine Wohltat verschaffen. „Generell sollten sich jedoch nur gesunde Personen von Laien massieren lassen“, sagt Rauch. Das gelte besonders bei akuten Entzündungen oder Hautkrankheiten.
Bei der Massage zu Hause ist die Entspannung das Hauptziel – neben der emotionalen Komponente. „Durch die Berührung wird eine Distanzschwelle überschritten und eine harmonische Verbindung hergestellt“, sagt Julia Scharnhorst, Vize-Präsidentin des Berufsverbandes Deutscher Psychologinnen und Psychologen in Berlin.
Grundkenntnisse vermitteln Ratgeber-Bücher. Die Theorie reicht aber nicht aus. „Gerade die Feinheiten sind nur unter Anleitung lernbar“, sagt Uwe Boving, Seminarleiter bei Well Relaxing in Köln. „So sind die meisten Anfänger viel zu schnell in ihren Bewegungen.“ Kurse bieten Wellness-Einrichtungen und Volkshochschulen.
Die richtigen Griffe und Techniken reichen aber nicht aus. Der Masseur muss sich in den Massierten auch hineinfühlen. „Der oder die Massierte sollte sich jederzeit melden, wenn er oder sie unangenehme Empfindungen während der Massage spürt“, sagt Ingo Hoberg vom Deutschen Wellness Verband in Bergisch Gladbach. Dann kann ausprobiert werden, welche Berührungen oder Bewegungen angenehm sind.
Voraussetzungen für Entspannung sind Zeit und eine ruhige Stimmung. Gemütliches Licht und warme Farben können das Wohlfühl-Klima unterstützten. „Besonders Frauen sprechen auf Ambiente wie Duftstoffe, Kerzen oder Musik an“, sagt Scharnhorst. „Wenn ein Raum entsprechend ritualisiert vorbereitet wird, ist das gleichzeitig ein wichtiges Signal: Ich gebe mir Mühe für dich.“
Notwendiges Ausstattungselement ist eine angenehme, nicht zu weiche Unterlage. Ob eine Matte auf dem Boden, eine Liege oder das Bett, muss ausprobiert werden. „Am Boden hat der Masseur zwar mehr Bewegungsfreiheit, muss jedoch eine unbequeme eigene Körperhaltung und eventuell Rückenschmerzen in Kauf nehmen“, erläutert Hoberg. „Die erhöhte Position auf einer Liege ist in dieser Hinsicht günstiger. Außerdem kann der Masseur im Stehen besser Kraft ausüben.“
Auch Hilfsmittel können zum Einsatz kommen. „Wenn der Körper zunächst mit einer Körperrolle, einer Massagebürste oder einem Massagehandschuh von unten nach oben massiert wird, so regt das die Mikrozirkulation gut an“, erklärt Hans Oskar Franke, Fachreferent für Kosmetik, Duft und Körperpflege im Verband Deutscher Drogisten in Köln. Damit werde die Haut auch aufnahmefähiger für Pflegeprodukte.
So kann nach der Massage eine Feuchtigkeitslotion oder ein Öl eingestrichen werden, rät Franke. Öle, Lotionen und Gels haben aber nicht nur im Nachhinein eine pflegende Wirkung: Die Berührungen werden auch während der Massage angenehmer, die Bewegungen der Hände auf der Haut leichter und gleitender.
