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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit Wellness & Fitness

Sonnenschutz von innen gibt es nicht

23.06.2018

Berlin /Düsseldorf Möhren, Nüsse, Haferflocken – es gibt eine ganze Reihe von Lebensmitteln, denen ein positiver Einfluss auf die Haut nachgesagt wird. Manche sollen gar für eine Art natürlichen Sonnenschutz sorgen. Oder für eine Bräune ganz ohne Sonne. Tatsache ist: Von einer gesunden Ernährung profitiert die Haut. Sonnenschutz aus Cremes oder Sprays kann sie aber nicht ersetzen.

Ebenso wie andere Organe ist auch die Haut auf eine Versorgung mit Vitaminen, Mineralien und Nährstoffen angewiesen. Mithilfe von Vitamin A zum Beispiel werden neue Hautzellen gebildet. Das ist vor allem wichtig, wenn die Haut geschädigt wurde – etwa durch einen Sonnenbrand, erklärt Diätassistentin Margret Morlo. Vitamin A kommt zum Beispiel in Milchprodukten, Möhren und Fisch vor.

Gelegentlich könne man lesen, dass Vitamin A einen milden Sonnenschutzfaktor von zwei bis drei aufbaut, sagt Stefan Kabisch, Studienarzt am Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke. „Die dafür nötigen Beta-Carotin-Dosen liegen so hoch, dass man täglich kilogrammweise Möhren essen müsste. Bei Rauchern bleibt der Effekt komplett aus.“

Vitamin A schützt nicht vor Sonnenbrand, sagt auch Morlo. „Wenn die Haut einer Stress-Situation ausgesetzt ist, und starke Sonneneinstrahlung sowie Sonnenbrand sind Stress für die Haut, dann ist es jedoch wichtig, dass der Mechanismus der Haut einwandfrei funktioniert.“

Neben Vitamin A trägt dazu auch Vitamin C bei. Es hilft der Haut, Feuchtigkeit zu regulieren. Dafür sind Zitrusfrüchte, Paprika, aber auch Kartoffeln gute Lieferanten. Und auch Vitamin E und B-Vitamine spielen eine wichtige Rolle bei der Hauterneuerung: Sie werden vor allem benötigt, wenn man Wunden hat. Diese Vitamine finden sich in Getreideprodukten, allen voran Vollkorngetreide, aber auch in Gemüse und Milchprodukten.

Manche Vitamine sind zudem in der Lage, sogenannte freie Radikale abzufangen. „Sonnenenergie ist letztlich Strahlungsenergie, die so intensiv ist, dass sie Molekülstrukturen zerstören kann“, erläutert Kabisch. Dabei entstehen Molekülbruchstücke, freie Radikale. Diese Bruchstücke greifen andere Moleküle an und können sie so verändern, dass sie ihre eigentliche Funktion verlieren. Das können zum Beispiel Proteine sein, die eine essenzielle Funktion im Zellstoffwechsel haben. „Einige Vitamine, insbesondere Vitamin C, sind in der Lage, freie Radikale abzufangen, zu entgiften und unschädlich zu machen“, so der Studienarzt.

Eine weitere Substanz, die beim Sonnenschutz eine Rolle spielt, steckt in Tomaten: Lycopin fängt als Antioxidans aggressive Sauerstoffverbindungen ein, die infolge der UV-Strahlen entstehen, und macht sie unschädlich. So schützt Lycopin nicht nur vor den kurzwelligen UVB-Strahlen, die Sonnenbrand auslösen, sondern noch weitaus besser vor den langwelligen UVA-Strahlen, die vor allem Falten verursachen, erklärt Jean Krutmann, wissenschaftlicher Geschäftsführer des Leibniz-Instituts für Umweltmedizinische Forschung in Düsseldorf.

„Man muss jedoch beachten, dass es mehrere Wochen dauert, bis sich der Schutz aufbaut“, sagt er. Aber man erzielt nur einen Lichtschutzfaktor von fünf bis sechs.

Spezielle Mittelchen, wie sie im Sommer in vielen Verkaufsregalen zu finden sind, brauchen gesunde Menschen nicht, wie die Experten betonen. Carotin-Kapseln beispielsweise enthalten eine Vorstufe von Vitamin A und werden mitunter als natürliches Bräunungsmittel beworben. Was man sieht, sind jedoch orangefarbene überschüssige Ablagerungen des Carotins in der Haut, das sich erst langsam wieder abbaut.

Wer sich hautgesund ernähren will sollte nicht vergessen, genügend Flüssigkeit zu trinken. Flüssigkeit dient der Aufpolsterung der Haut und verleiht ihr mehr Spannkraft. Ist die Haut gut aufgepolstert, kommt sie auch besser mit Stress zurecht – also auch mit Sonne.

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