DELMENHORST - Eine Arbeiterstadt brauche kein Luxus-Bad, hieß es. Die Demonstranten plädierten für eine Sanierung der bestehenden Anlage.
Von Andreas Naaf
DELMENHORST - Eine Arbeiterstadt wie Delmenhorst braucht kein Luxus-Bad. Das war die Botschaft, die gestern von einer Kundgebung auf dem Marktplatz ausging, bei der rund 150 Bürger gegen einen Neubau des Delfina-Bades an der Lethestraße protestierten. Dabei meldeten sich zahlreiche Teilnehmer selbst zu Wort. Ihre einheitliche Meinung: Das Delfina-Bad soll am alten Standort erhalten bleiben.Die Demonstranten bezweifelten, dass sich die eher finanzschwachen Delmenhorster den Eintritt in ein „Wellness-Bad“ leisten könnten. „Gerade Kinder sollten Sport betreiben. Bei höheren Preisen geht das nicht mehr“, sagte eine Teilnehmerin.
Harsche Kritik gab es vor allem am Vorgehen von Oberbürgermeister Carsten Schwettmann sowie den Bürgermeisterinnen Anke von Wittke-Grothenn und Swantje Hartmann. „Es scheint, als hätten sie den Hang zur Realität und zu den Wählern vollkommen verloren“, stellte Heidi Scharfscheer fest, die die Protestveranstaltung gemeinsam mit Eva Sassen organisiert hatte.
Sie warf den verantwortlichen Politikern vor, das alte Delfina-Bad jahrelang vernachlässigt zu haben. Erst dadurch seien die aktuellen Probleme entstanden.
Auch Eva Sassen sprach sich für „ein bezahlbares Schwimmbad am alten Standort“ aus. Die Sportstätte müsse als Innenstadtattraktion erhalten bleiben. Sie regte zudem an, die Bürger stärker am Planungsverfahren zu beteiligen. Nur auf diese Weise könne eine für alle Beteiligten tragbare Lösung gefunden werden.
Sassen forderte alle Kundgebungsteilnehmer auf, am kommenden Dienstag zur entscheidenden Ratssitzung zu gehen. Sollte auch das nichts nützen, dann müssten die Bürger den Ratsmitgliedern eben bei der nächsten Wahl die Quittung ausstellen.
Kritische Fragen auch bei Führungen
