Wir werden immer älter und können unseren Ruhestand immer länger genießen. Das ist die positive Nachricht. Die Kehrseite besteht darin, dass das Risiko, an Demenz zu erkranken mit zunehmendem Alter kontinuierlich steigt.
Unumstritten ist, dass die Vererbung, also die Genetik, für das Demenzrisiko eine Rolle spielt. Ebenfalls unumstritten ist aber auch, dass man Gene durch Verhalten beeinflussen kann. In der Medizin nennt man dieses spannende Forschungsgebiet Epigenetik (Epi ist eine griechische Vorsilbe und heißt über). Wer also Eltern mit Demenz hat, muss noch lange nicht selber dement werden.
In der Ernährung scheinen vor allem Zucker, gehärtete Fette und ein geringer Anteil bestimmter Vitalstoffe besonders ungünstig zu sein. In einer australischen Untersuchung an Ratten konnte gezeigt werden, dass sich die Tiere schon nach sechs Tagen mit regelmäßiger Ernährung von Zucker und gehärteten Fetten schlechter an Wege erinnern konnten. Sogenanntes Junkfood – also minderwertige Nahrungsmittel – erhöht somit vermutlich nicht nur das Risiko, vorzeitig an Demenz zu erkranken, sondern verschlechtern auch das tägliche Denkvermögen.
Vereinfacht gesagt: Ein Schüler, der morgens ein Toastbrot mit Schokocreme frühstückt, wird in der Klassenarbeit am selben Tag wahrscheinlich schlechter abschneiden als sein gleichstarker Mitschüler, der Vollkornhaferflocken mit einem Stück Obst gefrühstückt hat.
Unsere Ernährung ist unser Kraftstoff für Körper und Gehirn, sie entscheidet ganz wesentlich darüber, ob wir im Alltag vor Energie strotzen oder ob wir uns nur mit Mühe durch den Tag schleppen. Einen hohen Gehalt an Zucker, einem der Müdemacher, haben nahezu alle Fertiglebensmittel wie Fruchtjoghurts, Marmeladen, Kakaopulver, Fertigsalate. Gehärtete Fette sind pflanzliche Fette, die durch starke Erhitzung hart gemacht werden und sich dabei zum Teil chemisch so verändern, dass sie aggressive und ungünstige Wirkungen auf Körper und Gehirn haben. Sie sind enthalten in billiger Schokolade, vielen Gebäcksorten, Margarine, Frittiertem.
Unser Gehirn braucht aber bestimmte Fette, zum Großteil besteht es sogar aus Fett. Verschiedene wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass unsere Hirnfunktion bis ins hohe Alter erhalten bleiben und sich sogar – bis ins hohe Alter – weiterentwickeln kann. Insbesondere die sogenannten Omega-3-Fette scheinen dabei eine günstige Rolle zu spielen und wahrscheinlich auch die sogenannten einfach ungesättigten Fette. Fetter Seefisch, Oliven, Avocados, Nüsse aller Art, Blattgemüse, Rapsöl, Leinöl und Olivenöl sind – neudeutsch gesprochen – Brainfood, also Nahrung für unser Gehirn.
Aber denken Sie daran: Es gibt in der Ernährung nichts, was verboten ist. Auch gegen die gelegentliche Torte ist nichts einzuwenden. Machen Sie aber einen Unterschied zwischen Genussmitteln, also Dingen zum gelegentlichen Naschen, und Nahrungsmitteln, also Kraftstoff und Energielieferant für Körper und Hirn!
