DORTMUND/BERLIN - Zähneputzen will gelernt sein – das gilt schon für die Kleinsten. Auch in den Kindergärten werden vielerorts fleißig die Zahnbürsten geschwungen. Doch die beste Zahnputztechnik ist nur so gut wie das Material, das dabei zum Einsatz kommt – vor allem Bürste und Zahnpasta.
Der Griff der Zahnbürste muss stabil sein und gut in der Hand liegen. Für Kinder, aber auch für ältere Leute empfehlen sich meist dickere Griffe. „In Apotheken gibt es oft ausgepackte Zahnbürsten, die man einfach mal in die Hand nehmen kann“, erklärt Petra Müllerstedt, Zahnexpertin im Verband medizinischer Fachberufe in Dortmund.
Der zweite Blick gilt dem Borstenkopf. „Er sollte nicht zu groß sein, damit alle Zahnflächen gut erreicht werden können“, sagt Müllerstedt. Ideal ist eine Länge zwischen zwei und zweieinhalb Zentimetern. Die Breite sollte drei bis vier Borstenreihen nicht übersteigen. Für Kinder gibt es Bürsten mit kleineren Köpfen.
„Ob es besser ist, wenn die Borsten plan, V-förmig oder gekreuzt angeordnet sind, kann bislang nicht eindeutig beantwortet werden“, sagt Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in Berlin. Fest steht jedoch: Die Borsten dürfen nicht zu hart sein, damit das Zahnfleisch nicht verletzt wird.
„Wir empfehlen unseren Patienten elektrische Zahnbürsten“, sagt Axel Spahr, Leitender Oberarzt an der Klinik für Zahnerhaltungskunde und Parodontologie in Ulm. Die Reinigungsergebnisse seien besser als bei Handzahnbürsten.“ Außerdem falle die Handhabung zum Beispiel älteren Menschen deutlich leichter.
Kinder sollten zunächst die Putztechnik mit einer Handzahnbürste beherrschen und etwa mit zehn Jahren auf die elektrische umsteigen, zur Übung jedoch immer wieder die Handzahnbürste verwenden. „Elektrische Zahnbürsten sind zwar nicht billig“, gibt Spahr zu. Es müsse aber nicht das neueste Modell sein: „In der Putzleistung hat sich in den beiden jüngsten Generationen nichts verändert.“
Auch bei Zahnpasta ist die Auswahl gigantisch. „Der wichtigste Hinweis ist, dass die Zahnpasta Fluorid enthalten soll. Das ist bei mehr als 90 Prozent aller Produkte der Fall“, erklärt BZÄK-Vizepräsident Oesterreich. Allerdings gebe es Unterschiede in der Art des Fluorids, ergänzt Oberarzt Spahr: „Produkte mit Natriummonofluorphosphat sollten vermieden werden.“ Weißmachende Zahncremes sind mit Vorsicht zu genießen – vor allem, wenn Wurzeloberflächen frei liegen. „Diese Produkte können einen erhöhten Anteil an Schleifkörpern enthalten, die die Zahnoberfläche beschädigen können“, warnt Oesterreich.
Neben Zahnbürste und -pasta gehören Hilfsmittel zur Reinigung der Zahnzwischenräume zur Grundausstattung. Zwischen den Zähnen setzen sich besonders leicht Beläge fest. Hier kann Zahnseide helfen. „Für Anfänger ist gewachste Zahnseide gut geeignet: Sie geht gut zwischen die Zähne.“ Ungewachste Seide hingegen fächere sich auf und bleibe leicht hängen. „Sie hat allerdings die größere Reinigungswirkung“, sagt Müllerstedt.
Bei größeren Zwischenräumen kommen kleine Bürstchen zum Einsatz. Hier kann der Laie bei der Auswahl viel falsch machen. „Am besten wird die Größe der Zwischenräume bei der Prophylaxe ausgemessen. Dann kann eine exakt passende Bürstengröße und Drahtdicke gewählt werden“, empfiehlt Oberarzt Spahr. Wenn nach einer Mahlzeit keine gründliche Zahnreinigung möglich ist, dann sei der Griff zu einem zuckerfreien Zahnpflegekaugummi nicht verkehrt: Es trägt zur Reinigung bei und regt vor allem den Speichelfluss an.
