DüSSELDORF/KARLSRUHE - Sanarium oder Danarium? Lanconicum oder Hamam? In manchem Hotel oder Wellness-Bad kommen die Gäste schon bei der Auswahl zwischen zahlreichen Dampfbädern ins Schwitzen. Dabei liegt der Unterschied nur im Detail. Gemeinsam ist allen: Sie sind Varianten der Sauna. Bei niedrigerer Temperatur, in der Regel zwischen 40 und 55 Grad, und einer Luftfeuchtigkeit bis zu 100 Prozent wird geschwitzt, der Körper in Schwung gebracht und gleichzeitig entspannt.

„Genau wie vor dem Saunagang ist auch vor dem Dampfbad gründliches Duschen Pflicht“, erklärt Günter Till, Fachbeirat Bäder & Thermen im Deutschen Wellness Verband in Düsseldorf. Der Körper wird gereinigt und gleichzeitig auf die Temperatur der Dampfkabine vorbereitet.

„Öffentliche Dampfbäder werden in Deutschland in der Regel bekleidet benutzt. Zum Schutz vor Fußpilz gehören auch Badeschuhe zur Grundausstattung.“ Zehn bis maximal 20 Minuten sollte das Dampfbad dauern. „Das anschließende Kaltbad ist nicht zwingend notwendig. Hingegen sind Duschen und eine Runde Schwimmen sehr angenehm“, sagt Till.

Genau wie in der Sauna beruht auch im Dampfbad die Wirkung auf dem Wechsel von äußeren Wärme- und Abkühlungsreizen. „Der Körper wird für kurze Zeit in eine Art künstliches Fieber versetzt“, erläutert Heidrun Holstein von der Patientenberatung der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg in Karlsruhe. „Das regt zum einen das Immunsystem an, eventuell vorhandene Krankheitserreger abzutöten.“ Zum anderen werde der Kreislauf in Schwung gebracht.

Blutdruck und Herzfrequenz steigen etwas an. Die Blutgefäße – vor allem in der Haut – werden erweitert. Durch das starke Schwitzen öffnen sich die Poren, und die Haut wird gereinigt. „Der Abkühlungsreiz sorgt dann dafür, dass sich die Blutgefäße wieder zusammenziehen. Die Gefäße werden trainiert und die Durchblutung gefördert“, sagt Holstein. Das wirkt sich ebenfalls positiv auf das Hautbild aus. Für die Muskulatur wiederum bedeutet der Warm-Kalt-Wechsel Entspannung und Entkrampfung.

Auch den Atemwegen tut ein Dampfbad gut: Die Schleimhäute werden befeuchtet. Vor allem wenn Zusätze wie Eukalyptus verwendet werden, mildert das Beschwerden bei chronischen Atemwegserkrankungen. „Weil die Temperatur im Dampfbad niedriger und der Wechselreiz damit weniger extrem ist als in der Sauna, ist die Wirkung auf den Körper schonender“, sagt die Medizinerin.

Entsprechend wird das Dampfbad als geringere Belastung empfunden. Die anschließende Ruhepause tut dennoch gut. Menschen mit chronischen oder akuten Erkrankungen verzichten allerdings besser auf das Dampfbad.

Manch einer holt sich das Dampfbad inzwischen auch in die eigenen vier Wände. „Ein Dampfbad ist wesentlich leichter zu installieren und in ein Wohnumfeld zu integrieren als eine Sauna“ , sagt Jens Wischmann, Geschäftsführer der Vereinigung Deutsche Sanitärwirtschaft in Bonn.

Das liegt vor allem daran, dass der Dampfbadgenerator wenig Platz einnimmt und notfalls sogar in einem Nachbarraum oder im Keller untergebracht werden kann. „Im Prinzip kann überall dort, wo eine Dusche ist, auch ein Dampfbad eingebaut werden.“ Außerdem kann jedes Dampfbad auch als Dusche genutzt werden.