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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit Wellness & Fitness

NATURHEILMITTEL: Ein heilendes Bad in schwarzer Brühe

27.01.2007

BAD WILSNACK /BAD KISSINGEN Die Wärme wird vom Moor nur langsam abgegeben. Deshalb ist sie besser auszuhalten.

Von Angelika Röpcke BAD WILSNACK/BAD KISSINGEN - Auf den ersten Blick ist es kaum vorstellbar, dass jemand freiwillig in die warme, breiige Masse steigt. Doch für die Gesundheit nehmen jährlich tausende Deutsche ein Moorbad – mit Erfolg. Die warmen Bäder haben als Naturheilmittel eine lange Tradition.

Im brandenburgischen Bad Wilsnack etwa lassen sich Patienten seit mehr als 100 Jahren von der schwarzbraunen Erde therapieren. Das eisenoxidhaltige Moor wird im rund 25 Kilometer entfernten Dannenwalder Luch gewonnen, in die Kurhäuser gebracht und hier zur Linderung von Rückenbeschwerden oder Arthrose eingesetzt. Aber auch derjenige, der nur entspannen und abschalten möchte, kann in ein Moorbad steigen. Die Wärme lindere nicht nur Schmerzen, sondern erreiche auch tief liegende Organe und Muskeln, sagt Irene Hoffstadt vom Therapiezentrum Kurhausbad im bayerischen Bad Kissingen. Das sei bei Stresssymptomen hilfreich.

Verena Wegner, leitende Physiotherapeutin im Kurmittelhaus Bad Wilsnack, behandelt seit Jahren Menschen mit chronischen Schmerzen, Gelenkentzündungen oder Frauenleiden. Ihre Patienten schwören auf die heilende Wirkung des Moorbades. „Die Menschen schweben richtig im Moor. Das liegt an dem hohen Mineralstoffgehalt“, sagt Wegener.

Tagtäglich füllt sie mehrere 200-Liter-Badewannen mit der Masse. Dann steigen Patienten hinein und harren bis zu 30 Minuten aus. Üblich sind Wegner zufolge Vollbäder, bei denen der Patient bis zum Hals in die Masse eintaucht. Ein Vollbad für 30 Minuten kostet hier 29,50 Euro, in anderen deutschen Häusern sind die Preise ähnlich. Wer nur einige Körperteile mit Moorpackungen behandeln möchte, ist mit höchstens 15 Euro dabei. Eine 20-Minuten-Behandlung für Hände und Füße kostet im Schnitt unter 10 Euro. Bei ärztlich verschriebenen Behandlungen zahlen die Krankenkassen.

Den Unterschied zwischen einem normalen Vollbad in der heimischen Wanne und einem Moorbad erklärt Karin Kraft, Professorin für Naturheilkunde an der Universität Rostock: „Das Moor kann man sehr stark aufheizen. 39 bis 43 Grad Celsius und wärmer sind möglich.“ Die Wärme werde vom Moor sehr langsam abgegeben und sei deshalb auch besser auszuhalten als bei einem Schaumbad. „Man empfindet es kühler, als es ist.“ Der Körper werde durch das Moorbad in eine Art künstliches Fieber versetzt. Die Körpertemperatur steige um ein bis zwei Grad an, wodurch die Enzyme im Organismus angetrieben würden.

„Dadurch arbeitet das ganze Immunsystem besser.“ Die schmerzlindernde Wirkung eines Torfbades ist Kraft zufolge wissenschaftlich erwiesen. Sie rät, bei Gelenkverschleiß, rheumatischer Arthritis, Beschwerden vor den Wechseljahren sowie bei Hauterkrankungen eine Moortherapie zu versuchen. Zwei- bis dreimal wöchentlich sollten sich die Patienten in die breiige Substanz legen.

Menschen mit Herzproblemen oder ansteckenden Krankheiten wie Tuberkulose sollten allerdings auf die heilende Wärme verzichten. Der Kreislauf werde durch die hohe Temperatur zu sehr strapaziert. Eine Therapie mit dauerhafter Schmerzlinderung sei nur unter ärztlicher Aufsicht und in Serie sinnvoll.

Die Krankenkassen bezahlten die Moorbäder in der Regel im Rahmen von Rehamaßnahmen, sagt Kraft. Aber auch die Kosten ambulanter Badekuren unter ärztlicher Anleitung würden von den Kassen übernommen. Die Naturheilkundlerin warnt jedoch, bei der Heilung bestimmter Leiden nur auf das Moor zu setzen. Vielmehr müssten begleitende Bewegungs- und Ernährungstherapien oder Akupunktur und Massagen angewandt werden.

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