Die FSME (Früh-Sommer-Meningo-Encephalitis) wird durch Viren verursacht, die durch Zecken übertragen werden. Deutschlandweit hat 2018 die Zahl registrierter FSME-Erkrankungen mit 583 um 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr weiter zugenommen. Die Erkrankung tritt überwiegend in den Monaten Mai bis Oktober auf. 2018 kam es zu FSME-Erkrankungen bereits im April.
Bei zehn bis 30 Prozent der infizierten Personen kommt es nach sieben bis 14 Tagen zum Auftreten grippeähnlicher Symptome. Ein kleiner Teil der Infizierten, überwiegend Erwachsene, entwickelt neurologische Krankheitssymptome wie eine Entzündung von Hirnhäuten (Meningo), Gehirn (Encephalitis) und Rückenmark. Die Erkrankung kann in seltenen Fällen bleibende Lähmungen hinterlassen. Das Erkrankungsrisiko steigt ab dem Alter von 40 Jahren deutlich an. Ein Medikament gegen FSME-Viren steht bisher nicht zur Verfügung.
Vor einigen Wochen veröffentlichte das Robert-Koch-Institut (RKI) eine aktualisierte Karte deutscher FSME-Risikogebiete mit 161 Landkreisen. Die meisten liegen in Bayern, Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen. Es kamen vier neue Risikogebiete hinzu, erstmals war mit dem Emsland auch ein Landkreis in Niedersachsen darunter.
Das Emsland ist das nördlichste FSME-Risikogebiet in Deutschland. Seit 2016 wurden dort acht FSME-Erkrankungen registriert, vier davon 2018.
Zeckenbisse können zum Teil durch Schutzmaßnahmen wie Tragen heller, geschlossener Kleidung, Vermeiden von Unterholz und hohen Gräsern und Verbleiben auf festen Wegen vermieden werden. Repellents schützen nur begrenzt.
Bei Zeckenbefall sollte die Zecke umgehend entfernt werden. FSME-Viren gelangen anders als die gleichfalls von Zecken übertragenen Borrelien bereits bei Beginn des Saugakts von der Zecke in den Menschen. Daher kann das Absuchen des Körpers nach Zecken und deren schnelle Entfernung zwar häufig eine Borreliose verhindern, bietet jedoch wenig Schutz vor FSME. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat nützliche Hinweise zu Präventionsmaßnahmen zusammengestellt: www.kindergesundheit-info.de/themen/krankes-kind/zeckenschutz0/.
Die Ständige Impfkommission (STIKO) des RKI empfiehlt eine FSME-Impfung allen Personen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit in Risikogebieten aufhalten und durch den Aufenthalt in freier Natur mit Zecken in Kontakt kommen könnten. Ein zeitlich begrenzter Impfschutz erfordert mindestens zwei, ein länger bestehender Impfschutz jedoch drei Gaben des Impfstoffs. Die erste Auffrischungsimpfung erfolgt nach drei Jahren, weitere Auffrischungsimpfungen werden je nach Impfstoff in Abständen von drei bis fünf Jahren empfohlen.
In FSME-Risikogebieten werden die Kosten der Impfung von den Krankenkassen übernommen. Dennoch kam es in den vergangenen Jahren zu einer Stagnation oder sogar zu einer Abnahme der FSME-Impfungen. 98 Prozent der 2018 gemeldeten FSME-Erkrankten waren gar nicht oder unzureichend geimpft.
Ein großer Anteil der auftretenden FSME-Erkrankungen könnte also durch eine Steigerung der Impfquoten verhindert werden.
