Wenn Ihnen heißes Wasser über den Unterarm läuft, dann tut das höllisch weh. Der Unterarm wird rot und schwillt an. Was in dieser Situation passiert, ist nichts anderes als eine Entzündung. Rötung, Schwellung und Schmerzen sind wesentliche Kriterien.
In den vergangenen Jahren hat sich in der medizinischen Forschung herausgestellt, dass nahezu jede chronische Krankheit aus einer Entzündung entsteht. Völlig egal, ob wir von Rheuma, Herzinfarkt, Demenz oder Krebs sprechen, immer geht eine langjährige Entzündung voraus. Der Prozess der Entzündung heißt im medizinischen Fachjargon Inflammation, und er spielt sich zum Beispiel an Gelenken oder Blutgefäßen ab, je nach Krankheit, die daraus resultiert.
Wenn eine chronische Krankheit aus einem über Jahre anhaltenden Inflammationsprozess resultiert, stellt sich die Frage, ob wir Einfluss auf diesen Prozess nehmen können? Die Antwort ist eindeutig: Ja, wir können.
Dass durch Rauchen Entzündungen entstehen und gefördert werden, liegt auf der Hand. Raucher haben einen geröteten Rachenring, genauso wie der Unterarm rot werden würde, wenn man ihn auf eine heiße Herdplatte legt.
Auch Übergewicht geht mit Entzündungsprozessen einher. Früher wurde angenommen, dass Bauchfett keinerlei Stoffwechselaktivitäten entfaltet. Weit gefehlt. Seit einigen Jahren wissen wir, dass genau dieses Fett diverse Hormone bildet. Dabei überwiegen leider solche, die Entzündungsprozesse beschleunigen. Etwas überraschend ist es, dass auch Stress, Frust und jahrelange Enttäuschung zu Inflammationen führt.
Genau genommen lassen sich Entzündungsreaktionen in unserem Körper gar nicht verhindern. Aber, wie bei einem Auto haben wir Gaspedal und Bremse und können Entzündungsreaktionen somit beschleunigen oder abbremsen.
Entzündungsbeschleuniger in unserer Ernährung sind Transfette, die aus gehärteten Fetten entstehen, und Omega-6-Fette. Transfette sind in Frittiertem, Gebäck, Schokolade und Margarine. Omega-6-Fette finden sich wieder in Margarine, in Ölen wie Sonnenblumen- und Distelöl und in Fertiglebensmitteln. Ob und wenn ja welche Rolle Zucker in der Entzündungsförderung spielt, ist im Moment noch unklar.
Aber Sie können auch Ihre Bremsen gegen Entzündungen verstärken: Sport und Bewegung, eine ausgeglichene Lebenshaltung, die auch Raum für regelmäßige Erholung bietet, sowie eine gute Ernährung sind die Grundlagen. In unserer Ernährung sind es vor allem die Omega-3-Fette, die Entzündungen blockieren. Die sind in Raps- und Leinöl, im fetten Seefisch und in vielen Nüssen enthalten. Aber auch die einfach ungesättigten Fette aus Olivenöl, Avocados, Wild und Blattgemüse bremsen Entzündungsprozesse.
Aber, Essen und gesundes Leben sollten nicht zum Selbstzweck werden! Wir können die Wahrscheinlichkeit für chronische Erkrankungen reduzieren und unsere Chance auf eine längere Lebenserwartung erhöhen. Nicht mehr und nicht weniger.
