D as Thema, wie man am besten sein Übergewicht reduziert, ist alt, wird aber immer wieder durch angeblich neue Erkenntnisse und Programme diskutiert. Der neueste Hype gilt dem Intervallfasten.
Angeblich kann man mit dieser Methode des Fastens den Jojo-Effekt vermeiden, und – so die Aussage – man habe dabei auch keine lästigen Hungergefühle. Natürlich will man als Übergewichtiger das Risiko eines Schlaganfalls oder einer Diabeteserkrankung vermeiden. Selbst das Problem einer Alzheimerkrankheit oder Krebserkrankung wird angeblich durch diese Maßnahme günstig verändert.
Was ist an diesen Vorschlägen nun auf Grund wissenschaftlicher Erkenntnisse nachweisbar? Tatsache ist, dass die meisten positiven Ergebnisse an Tieren gewonnen wurden (Mäuse, Ratten, Affen). Natürlich gibt es auch Studien mit Menschen, aber mit sehr geringer Teilnehmerzahl und sehr begrenzten Beobachtungszeiten.
Eine häufig verwendete Form des Intervallfastens ist die 16:8-Methode. Dabei wird in einem Zeitfenster von acht Stunden Nahrung aufgenommen. Da man den Nachtschlaf mit einrechnen kann, muss man entweder auf das Frühstück oder das Abendessen verzichten. Trinken kalorienfreier Getränke (Mineralwasser) ist immer erlaubt.
Die andere Methode nennt sich 5:2-Fasten. Man kann an fünf Tagen der Woche normal essen, an zwei Tagen wird die Aufnahme deutlich kalorienreduzierter Ernährung empfohlen (Gemüse, Hühnchen). Die Menge von 500 Kalorien sollte nicht überschritten werden.
Eine besonders strenge Variante des Intervallfastens ist das sogenannte „Alternate Day Fasting“, bei dem an jedem zweiten Tag etwa 500 Kalorien erlaubt sind.
Worin liegt nun der Vorteil dieser Programme? Sie sind offenbar nicht wirksamer als eine Reduktionsdiät, die aber nur selten dauerhaft durchgehalten wird. Bei der 16/8 Methode können auch chronobiologische Faktoren eine günstige Rolle spielen. Neuerdings wird insbesondere auch die Wirkung auf das Mikrobiom diskutiert. Natürlich ist der Abbau von Körperfett ein wesentliches Ziel.
Vieles ist noch nicht in größeren Studien mit einer Langzeitbeobachtung gesichert. Belastbare Ergebnisse sind erst in vier bis fünf Jahren zu erwarten.
Man wird erst dann beurteilen können, auf welche Krankheiten diese Fastenmethoden einen positiven Einfluss haben.
Die Ergebnisse von Tiermodellen sind sicher interessant und geben Hinweise, aber welche Methode auch beim Menschen wirkt, sollte eindeutig belegt werden.
Alle Fastenmethoden haben leider ein gemeinsames Problem: Die Menschen halten diese lebensverändernden Maßnahmen nur selten lange durch.
