Berlin - Viele verbinden Nüsse mit langen Winterabenden zu Hause: Während der Nussknacker eine Nuss nach der anderen knackt, wächst der Berg leerer Schalen. Zur Weihnachtszeit landen viele Plätzchen mit Nüssen auf dem Naschteller. Nüsse geben auch dem morgendlichen Müsli seinen Biss.
„In Deutschland werden in einigen Regionen Hasel- und Walnüsse angebaut“, erklärt Hans-Dieter Stallknecht vom Deutschen Bauernverband in Berlin. Mandeln wachsen vor allem in Spanien und Kalifornien. „Para- und Cashewnüsse kommen meist aus den USA.“
Eines haben alle Nüsse gemeinsam: Sie sind ziemlich fettig. „Der Fettgehalt liegt je nach Sorte zwischen 40 und 70 Prozent“, sagt Antje Gahl von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung. 100 Gramm hätten im Schnitt etwa 600 Kilokalorien – fast eine Hauptmahlzeit.
Allerdings sind Nüsse trotz des hohen Fettgehalts auch sehr gesund. „Sie haben eine gute Fettsäurezusammensetzung, denn sie enthalten einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren“, erklärt Gahl. Diese gelten als gesund und sollen in Maßen auch Herzerkrankungen vorbeugen. Ernährungsexperten empfehlen eine Portion Nüsse pro Tag, das ist in etwa eine Handvoll.
„Nüsse enthalten nur wenig Wasser, dafür mehr Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Ballaststoffe“, erläutert Harald Seitz vom Verbraucherinformationsdienst aid in Bonn. Hinzu kommen Kalium, Natrium, Magnesium, Phosphor, Mineralstoffe und Vitamine – vor allem B-Vitamine und Vitamin E. „In Maßen genossen bereichern Nüsse also den Speiseplan als wertvolle Nährstofflieferanten.“
Haselnüsse sind ein gutes Beispiel dafür. Carola Nitsch vom Gartenbauzentrum Bayern Mitte bezeichnet sie gar als „Kraftnahrung“. „Haselnüsse haben zwar auch etwa 60 Prozent Fett, bestehen aber zu fast 40 Prozent aus Eiweiß“, erklärt sie. Eiweiß sei gut für den Muskelaufbau.
Die geknackten Nüsse müssen kühl und dunkel lagern. „Macht man das nicht, werden Fettsäuren durch den Sauerstoff abgebaut.“ Das verändere den Geschmack und auch die Qualität. „Am besten werden Haselnüsse mit der Schale gelagert.“ Wer schon geknackte Nüsse gekauft und die Packung nicht auf einmal aufgebraucht hat, sollte sie dicht verschließen und in die Gefriertruhe legen. „Dort halten sie monatelang und schmecken nicht eher muffig.“
Auch Walnüsse können mal ins Gefrierfach wandern – allerdings aus einem anderen Grund. „Das kann helfen, wenn die Nüsse schwierig zu knacken sind“, sagt Harald Seitz. „Nach einer Stunde verändern die Minusgrade die Struktur der Schale – und danach lässt sich fast jede Nuss knacken.“
Die Form von Paranüssen erinnert viele Menschen an Orangenspalten. „Ähnlich wie bei einer Orange sitzen zehn bis 20 Nüsse fächerförmig in den Früchten“, erklärt Seitz. Die Kerne schmecken etwas erdig und passen besonders gut in Nussbrote oder Salate.
Bei den Mandeln schließlich unterscheidet man süße von bitteren. „Die bitteren Mandeln werden zur Herstellung von Aromastoffen verwendet, dürfen aber nicht roh verzehrt werden, da sie eine gesundheitsschädigende Vorstufe der Blausäure enthalten“, betont Seitz.
Das ist bei süßen Mandeln anders. Sie können roh oder geröstet, unbehandelt oder gesalzen gegessen werden.
Werden Haselnüsse etwa zehn Minuten lang bei 120 Grad im Ofen angeröstet, kann man anschließend die bräunliche, feine Haut ganz einfach abpellen. „Außerdem intensiviert das Rösten das Aroma“, erklärt Carola Nitsch.
Die Kerne der Walnüsse würden wegen ihrer kurvigen Oberfläche zwar oft mit einem Gehirn verglichen, sagt Harald Seitz. Es stimme allerdings nicht, dass Walnüsse deshalb besonders gut für den Geist sind. „Sie sind wegen der vielen ungesättigten Fettsäuren gut fürs Gehirn, das gilt allerdings für alle Nusssorten.“
Die allermeisten Nüsse werden nach Deutschland eingeführt. Allerdings ist auf der Verpackung nicht immer angegeben, wo die Nüsse herkommen.
