Köln/Berlin - Ärzte müssen Patienten genug Bedenkzeit geben, bevor diese einer Operation zustimmen. Das gilt vor allem in stressigen Situationen, zum Beispiel direkt nach einem Unfall. Das geht aus einer Entscheidung des Oberlandesgerichts Köln hervor (Az. 5 U 29/17), erklärt die Arbeitsgemeinschaft Medizinrecht des Deutschen Anwaltvereins.

Die Klägerin in dem Fall war eine Frau, die nachts mit einem Oberschenkelhalsbruch in eine Klinik eingeliefert wurde. Die dortigen Ärzte hielten eine Operation für nötig und führten noch in der gleichen Nacht ein entsprechendes Aufklärungsgespräch mit der Patientin. Dabei stimmte sie dem Eingriff schließlich zu. Am nächsten Morgen operierten die Ärzte, ohne erneut eine Einwilligung einzuholen.