KöLN/BIELEFELD - Einmal pro Woche sollte man in die Sauna gehen. Das härtet den Körper ab.
Von Stephanie Lettgen
KÖLN/BIELEFELD - Draußen ist es kalt und ungemütlich. Je frostiger die Temperaturen, desto größer das Erkältungsrisiko. Doch gegen Husten und Schnupfen lässt sich vorbeugen – mit Saunabädern. Dabei können Wintermüde nicht nur ihre Abwehrkräfte auf Vordermann bringen. „Ein Besuch in der Sauna hat entspannende Wirkung und stärkt zugleich Schutzmechanismen“, sagt Professor Ingo Froböse von der Deutschen Sporthochschule in Köln.Wer mindestens einmal pro Woche in die Sauna oder das Dampfbad geht, ist bereits nach zwei Monaten gegen Erkältungsbeschwerden abgehärtet. „Das Immunsystem wird gestärkt, und man ist besser gegen Grippeviren geschützt“, erklärt Froböse. In der trockenen Hitze der Sauna, die Temperaturen zwischen 60 und 95 Grad erreicht, und auch in der feuchten Hitze des Dampfbades von bis zu 50 Grad steigt die Temperatur der Haut um etwa zehn Grad. Der Körper erwärmt sich dabei jeweils um etwa ein Grad. Der Wechsel zwischen Hitze und späterer Abkühlung bringt Kreislauf und Stoffwechsel in Schwung.
Beim Schwitzen scheidet der Körper Schadstoffe aus, zum Beispiel Alkohol oder Nikotin. Zugleich wird die Haut gereinigt: „Wenn es zu einer Temperaturerhöhung kommt, teilen sich die Zellen besser“, erläutert Rolf-Andreas Pieper, Geschäftsführer des Deutschen Sauna-Bundes in Bielefeld. Die Haut werde dadurch straffer und sehe jünger aus. Gut sei das Schwitzbad auch bei Pubertätspickeln. Auch bei Schuppenflechte oder Neurodermitis kann ein Heißluftbad helfen.
Sauna und Dampfbad ähneln sich in ihrer Wirkung. „Man schwitzt aber jeweils anders“, erklärt Martina Frenzel vom Deutschen Wellness Verband in Düsseldorf. Das Dampfbad ist besonders geeignet, um bei chronischen Erkrankungen der Atemwege hartnäckige Verschleimungen zu lösen.
Neben dem Abhärtungseffekt ist die psychische Entspannung ein großer Pluspunkt des Schwitzens: „Die Wärme führt zur Ausschüttung von Glückshormonen“, sagt Froböse. Dies hilft auch gegen Depressionen.
Besonders für Anfänger geeignet ist das Sanarium, auch Biosauna genannt. Es ist eine Mischung aus Dampfbad und Sauna. Die Temperaturen liegen bei 60 Grad, die Luftfeuchtigkeit bei 50 Prozent. Auch für Kinder ab drei Jahre ist die Biosauna zu empfehlen. „Der Besuch in der Sauna fördert ihre Widerstandskraft“, so Froböse. Die Wirkung der Biosauna ist aber auch umstritten: „Der Entspannungseffekt ist zwar groß, die Immunabwehr wird aber dabei weniger gestärkt“, meint Martina Frenzel.
Es gibt auch Menschen, für die der Besuch von Sauna oder Dampfbad generell ein Risiko sein kann: „Bei Herzproblemen ist Vorsicht geboten“, so Froböse. Das gilt ebenso bei Bluthochdruck, akuten Infekten oder Entzündungen. Rheumatikern hingegen kann die Wärme gut tun. Grundsätzlich gilt: Wer gesundheitliche Probleme hat, sollte vor einem Saunabesuch mit seinem Arzt sprechen.
Je regelmäßiger die Sauna oder das Dampfbad besucht wird, desto stärker wird das Schwitzen. „Der Sauna-Effekt ist trainierbar“, erläutert Froböse. Er rät nicht nur im Winter, sondern auch während des übrigen Jahres zum Saunabaden. Dafür sollten jeweils mindestens zwei Stunden eingeplant werden.
Nach der Sauna ist eine kalte Dusche wichtig. Auch der Gang an die Luft tut gut. Während des Saunierens sollte man auf Getränke verzichten. Nachher muss man ca. zwei Liter trinken.
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