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NWZonline.de Ratgeber Gesundheit Wellness & Fitness

Lesertelefon: Weniger Attacken durch gezielte Vorbeugung

23.05.2020

Was  unterscheidet die Migräne von Spannungskopfschmerzen?

Dr. Anke Siebert: Bei beiden Arten handelt es sich um so genannte primäre Kopfschmerzen: Sie sind nicht das Symptom einer anderen Erkrankung. Es gibt mehr als 200 Arten von Kopfschmerzen, in über 90 Prozent sind sie auch die Erkrankung an sich. Während eine Migräneattacke zwischen vier und 72 Stunden andauern kann, hält der Spannungskopfschmerz zwischen 30 Minuten und sieben Tagen an. Migräne ist pulsierend und pochend mit Begleitsymptomen wie Geräusch, Licht- und Geruchsempfindlichkeit sowie Übelkeit und sogar Erbrechen, Spannungskopfschmerz ist dumpf, drückend oder spannend.

Was sind mögliche Auslöser einer Migräne?

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Dr. Axel Heinze: Häufige Auslöser, also Trigger, sind zum Beispiel Hungern, Stress, die hormonellen Veränderungen zur Regelblutung oder Abweichungen vom gewohnten Schlaf-Wach-Rhythmus. Meist sind Zusammenhänge offensichtlich, allerdings wird die Bedeutung häufig überschätzt. Viele Betroffene glauben, wenn sie nur ihre Auslöser identifizieren könnten, hätten sie keine Migräne mehr. Doch die meisten Attacken ereignen sich ohne erkennbare Triggerfaktoren.

Was hilft bei einer akuten Migräneattacke?

Prof. Dr. Till Sprenger:Bei leichteren Attacken kann die lokale Anwendung von Pfefferminzöl oder eines Eisbeutels hilfreich sein, aber in den meisten Fällen wird eine akute Behandlung mit Medikamenten erforderlich sein. Diese kann mit einfachen Schmerzmitteln erfolgen oder bei heftigeren Attacken mit migränespezifischen Medikamenten, sogenannten Triptanen. Je früher die Medikamente im Rahmen einer Attacke eingenommen werden, desto wirksamer sind sie. Allerdings kann eine zu häufige Einnahme wiederum selbst zu chronischen Kopfschmerzen führen – dem sogenannten Medikamentenübergebrauchs-kopfschmerz.

Wie vermeide ich einen Medikamentenübergebrauch?

Prof. Dr. Martin Marziniak: Der Kopfschmerz aufgrund von Medikamentenübergebrauch entsteht meist, wenn die Schmerzmittel über Monate oder gar Jahre häufig und zunehmend öfter eingenommen werden. Wer an mehr als 15 Tagen im Monat ein einfaches Schmerzmittel wie ASS, Ibuprofen oder Paracetamol einnimmt oder an mehr als zehn Tagen ein Triptan oder ein Kombinationspräparat mit ASS, Paracetamol oder Koffein, läuft Gefahr, einen Kopfschmerz durch Medikamentenübergebrauch zu entwickeln.

Ab wann gilt eine Migräne als chronisch?

Dr. Anke Siebert: Wenn die Kopfschmerzhäufigkeit zunimmt, kann sich aus einer episodischen eine chronische Migräne entwickeln. Das erleben jedes Jahr zwischen 2,5 bis 14 Prozent der Patienten mit episodischer Migräne. Der Patient erleidet dann häufiger als jeden zweiten Tag Kopfschmerzen, die an wenigstens acht Tagen im Monat migräneartige Symptome aufweisen.

Welche Möglichkeiten der vorbeugenden Therapie gibt es?

Prof. Dr. Till Sprenger: Insbesondere die nicht-medikamentöse Therapieoptionen sollten konsequent umgesetzt werden. Das beginnt mit einem strukturierten Lebensrhythmus mit festen Schlaf- und Wachzeiten, regelmäßigem Ausdauersport sowie der Anwendung von Entspannungsverfahren, beispielsweise der progressiven Muskelrelaxation.

Was unterscheidet neue Medikamente von bisherigen?

Dr. Axel Heinze: Sie gehören zur Gruppe der sogenannten CGRP-Antikörper (Calcitonin Gene Related Peptide) und wurden eigens für die Migräneprophylaxe entwickelt. Sie blockieren im trigeminalen Nervensystem jene Botenstoffe, die an der Schmerzauslösung beteiligt sind. Bei einem Teil der Patienten konnten mit den neuen Medikamenten bereits sehr gute Erfolge erzielt werden; darüber hinaus haben sie den Vorteil, dass sie gut verträglich sind.

NWZonline.de/gesundheit
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